Willkommen zurück bei McDonald’s!

Ganz besonders gelungen finde ich den Gastbeitrag von Robin Schmidt. ‚Was geht – Arbeiten wie Du bist‘ – unser Leitgedanke im Bereich Arbeitgebermarke, könnte nicht besser belegt werden. Unser Autor macht ganz sicher seinen Weg. Viel Spaß beim Lesen.

Robin Schmidt, Mitarbeiter bei McDonald'sDie Zutaten für einen erfolgreichen Job kann man nicht kaufen. Sie sind entweder in einem Unternehmen fest verankert – oder eben auch nicht. Mein erstes Rezept in der Arbeitswelt bekam ich mit 18 Jahren bei McDonald’s ausgehändigt. Darauf stand zunächst mal: Minijobber neben der Schule, flexibel an allen Stationen innerhalb des Rotationssystems einsetzbar, Arbeitszeit vorrangig am Wochenende. Das hat mich aber in keiner Weise abgeschreckt. Ich hatte einfach Bock auf diesen Job. Ich glaube, es war zur damaligen Zeit einfach eine Mischung aus zwei Dingen, die mich zu McDonald’s führten. Zum einen die Marke McDonald’s und das System, das dahintersteht. Zum anderen war es auch eine klare lokale Verankerung – ich musste in meiner Heimatstadt Herborn, einer hessischen Kleinstadt, nur zehn Minuten bis zum Restaurant laufen. Schon nach kurzer Zeit konnte ich allerdings meine Rezeptliste um prägende Erfahrungen erweitern.

Stichwort Kommunikation: Im Service oder in der Lobby war ich der erste Ansprechpartner für Gäste bei Bestellungen oder wenn etwas einmal nicht so funktioniert hat wie es sollte. Das Augenmerk lag immer darauf, dass sich unsere Gäste wohlfühlen. Hier habe ich gelernt, mit Menschen auf Augenhöhe zu kommunizieren, aber auch Konfliktsituationen zu lösen. Die Entscheidung für mein späteres Studium sollte durch diese Situationen auf jeden Fall gefüttert werden.

Stichwort Produktqualität: In der Küche läuft die Produktion von Burger & Co. immer nach gewissen Standards ab. Die Herausforderung hierbei ist es, einen guten Überblick über alle Abläufe zu behalten. Man hat in jedem Fall eine große Verantwortung für die Qualität der Produkte.

Am meisten Spaß gemacht hat mir allerdings ein ganz anderer Punkt: Auch wenn es bei McDonald’s für jede Kleinigkeit eine Vorgabe gibt, weiß man vor Beginn seiner Schicht eigentlich nie genau, was auf einen zukommt, da man bspw. das Gästeaufkommen nicht immer haargenau berechnen kann oder aber Ausfälle von Mitarbeitern oder Maschinen nur bedingt vorhersehen kann. Auf Unvorhergesehenes zu reagieren fand ich schon immer äußerst spannend.

Als ich mein Abitur dann in der Tasche hatte, habe ich mich dann für eine Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie entschieden. Was damals für fragende Blicke bei einigen Verwandten und Freunden sorgte, war für mich die logische Konsequenz aus meinen positiven Erlebnissen mit McDonald’s. Klar: „Was lernst du denn da überhaupt?“, war so ziemlich die meistgestellte Frage. Als ich meinen Freunden aber mit der Zeit erzählte, für was ich da eigentlich alles verantwortlich bin, wurden ihre Vorurteile und Zweifel immer geringer.

Denn neben klassischen gastronomischen Inhalten im ersten Lehrjahr wie z.B. die Zubereitung von Speisen oder die Reinigung der Geräte, ist es in den weiteren Lehrjahren das Ziel, vermehrt Verantwortung im täglichen Restaurantbetrieb zu übernehmen. Plötzlich war ich nicht mehr nur Ansprechpartner für Gäste, sondern auch für Mitarbeiter, Lieferanten oder andere etwaige Firmen. Unter Anleitung und Betreuung meiner Ausbilder habe ich z.B. den Einsatz an einzelnen Stationen für die Mitarbeiter koordiniert, tägliche Qualitätskontrollen vorgenommen oder Warenbestellungen angefertigt. Das Highlight meiner dreijährigen Ausbildung war dann gegen Ende aber der sogenannte „SMC“, was für Shift-Management-Course, zu Deutsch Schichtführungskurs, steht. Mit Bestehen des Kurses bekommt man endgültig grünes Licht, um ein Restaurant nach der Lehre eigenständig – nach den McDonald’s-Standards – zu führen. Damit konnte ich eigenverantwortlich eine Schicht planen oder eben auch umplanen und auf Unvorhergesehenes reagieren.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich in dieser Position trotzdem nicht mein Leben lang gesehen habe. Bei allen positiven Erfahrungen während meiner Zeit bei McDonald’s muss einem eines klar sein: Wenn man sich für Gastronomie entscheidet, dann entscheidet man sich für Gastronomie. Das bedeutet, dass man gerade im Management ständig erreichbar sein sollte und vor allem viel am Wochenende arbeitet. Nach über vier Jahren wollte ich davon etwas Abstand gewinnen. Darum habe ich mich trotz Übernahme nach der Ausbildung dazu entschieden aus meiner Kleinstadt wegzuziehen und ein Studium der Kommunikationswissenschaften in Köln zu beginnen. Insbesondere während meines Studiums in den Fächern Journalismus und Unternehmenskommunikation musste ich mich immer wieder auf Unvorhergesehenes einstellen. Wie das funktioniert, hatte ich ja bereits bei McDonald’s gelernt.

Die Marke McDonald’s habe ich in meiner Studienzeit aber weiterhin intensiv verfolgt. Als Beispiel für gelungene Unternehmenskommunikation in einigen Bereichen habe ich Vorträge in meiner Hochschule über McDonald’s gehalten. Nach einigen Jahren Pause vom „direkten McDonald’s-Kosmos“ habe ich für mich festgestellt, dass ich gerne dort arbeiten würde, wo die Entscheidungen für alle McDonald’s-Restaurants in Deutschland getroffen werden – an der Basis, sprich der Verwaltung in München. Ein Praktikum in der Abteilung Corporate Affairs vereint aktuell nicht nur seit über drei Monaten perfekt meine beiden Vorlieben Gastronomie und PR, sondern bietet mir darüber hinaus auch die Möglichkeit meine Erfahrungen aus Ausbildung und Studium bei täglichen Entschlüssen mit einzubringen. Das Spannendste für mich ist, dass man sehr viele eigene Ideen entwerfen kann und diese auch oftmals kreativ umsetzen kann, um die Markenbildung voranzutreiben. McDonald’s hat einfach einen so großen Namen und jeder hat dazu irgendwie eine Meinung – egal ob positiv oder negativ.

In irgendeiner Form zu McDonald’s zurückzukehren und für die Marke zu arbeiten war nach meiner Ausbildung schon nochmal ein kleiner Traum. Das Gefühl sowohl im Restaurant als auch in der Verwaltung gearbeitet zu haben bzw. zu arbeiten und zu sehen, welche Schritte alle nötig sind, dass das Unternehmen tagtäglich so erfolgreich ist wie es ist, kann man nicht kaufen.

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