Gastbeitrag – „Die Rolle meines Lebens?“ Oder besser „Die verschiedenen Rollen meines Lebens!“

Für die Führungskräfte unter Ihnen – können Sie sich noch an Ihre erste Aufgabe in Führung erinnern? Bei mir ist diese Station noch sehr präsent, vor allem in Bezug auf den Umgang mit der neuen Rolle. Über diese spannende Phase schreibt heute Michelle Ruijters, die sich aus einer Trainerrolle in eine Führungsposition entwickelt hat.

 

Jeder von uns schlüpft sowohl im Privatleben als auch in der Berufswelt in verschiedene Rollen. Damit meine ich nicht, dass man schauspielert und sich bewusst verstellt, sondern in verschiedenen Lebenslagen und Situationen unterschiedlich fühlt und somit sich auch unterschiedlich verhält.
Nehmen wir z.B. eine Mutter, verheiratet, spielt in der Freizeit in einem Handballverein und ist auch in einer vierköpfigen Mädels-Clique. Die einfühlsame Mama, die jedoch an manchen Tagen vielleicht als Familien-Oberhaupt einen direkten Ton angibt. Beim
Handball ist der Teamgedanke gefragt und ist unabdingbar für den Sieg. Naja, und auf die Rollen als Ehefrau und/oder Partnerin brauche ich nicht detailliert einzugehen! 😉

Im Berufsleben, also am Arbeitsplatz ist es sehr ähnlich.

Seit 2010 bin ich in unserem Nationalen Schulungscenter bzw. in unserer Hamburger University als Trainerin und in der Trainings-Entwicklung tätig. Innerhalb des Trainerdaseins schlüpfe ich in unterschiedliche Rollen. Durch unsere verschiedenen Trainingsmethoden ist es ein Muss, unsere Teilnehmer (meist aus dem Restaurantmanagement), auf verschiedenen Wegen abzuholen und mit auf eine Reise zu nehmen. Es geht nicht in erster Linie darum, ihnen Fachwissen anzueignen. Vielmehr wollen wir unseren Kursteilnehmern verschiedene Handwerkzeuge mit auf den Weg geben, sie motivieren und emotional begeistern. Verschiedene Rollen zu nutzen und mit den verschiedenen Emotionen zu spielen, macht unter anderem einen guten Trainer aus.

In den letzten Jahren habe ich diese Rolle lieben gelernt. Das ist keine Übertreibung! Vielleicht kennen Sie das Gefühl von innerer Zufriedenheit, das Gefühl angekommen zu sein. Seine Berufung gefunden zu haben. Das bedeutet nicht, auf der Stelle zu bleiben, sondern darin immer und immer besser werden zu wollen, sich stetig weiterzuentwickeln. Und das ist ein tolles Gefühl!

Im Dezember letzten Jahres wurde mir ganz unverhofft das Angebot gemacht, die Leitung des Schulungscenters, unserer Hamburger University zu übernehmen. Wow! – Welch eine Wertschätzung meiner Person. Der Zuspruch meiner Vorgesetzten, des Personalvorstandes und meiner Familie und Freunde halfen mir bei meiner Entscheidung, dieses Angebot anzunehmen. Wie es in solchen Situationen immer ist, hatte ich auch nicht viel Zeit um eine Entscheidung zu treffen. Hop oder Top!

Die Rolle der Leitung, die Rolle der Team-Leitung kam also zu meinem Portfolio an Rollen dazu. Einhergehend natürlich auch ganz viele neue und zusätzliche Aufgaben. Ich wusste zuvor nicht, dass es so viele verschiedene Portale gibt, bei denen man fast täglich irgendetwas freigeben, ablehnen, bestätigen oder genehmigen muss.

Dazu gehören auch, das Mitwirken in verschiedenen nationalen aber auch internationalen Arbeitsgruppen und unzähligen Meetings und Calls. Ebenso die Verantwortung für das gesamte Kursgeschehen und das Erscheinungsbild unseres Schulungscenters. Die größte Herausforderung, auch in der Nachbetrachtung, ist jedoch die Leitung des Teams.

Ein Satz reicht aus:
Vom Teammitglied, also der Kollegin, zur Team-Leitung, also zur Vorgesetzten.
Oder anders gesagt:
Vereinbarkeit der Rolle „Teamkollegin“ und der Rolle „Chefin“.

Denn in der einen Sekunde bin ich die Kollegin, ein ganz bewusstes Teammitglied. Man führt gemeinsam den Kurs, das Seminar oder den Workshop durch, gehen gemeinsam zum Essen und ratscht über Gott und die Welt.

Und in einem anderen Moment muss ich die Rolle der Leitung ganz bewusst zeigen. Gewisse Entscheidungen alleine treffen und Erwartungen oder Richtlinien klar vorgeben. Auch mal die unschönen Dinge auf den Tisch packen.

Wer meint, dass das immer ein Zuckerschlecken ist, den lade ich hier und jetzt zu einem gemeinsamen Talk in unserem Schulungscenter ein. Natürlich bei einer Tasse Kaffee! 😉

Kennen Sie das Gefühl von Ungeduld und Perfektionismus? Kennen Sie das Gefühl von dem Betreten eines ungewohnten Territoriums?

Bis dato habe ich schon sehr viel gelernt und lerne Tag für Tag. Ohne die  Unterstützung durch Menschen aus Arbeits- und Privatleben würde das nicht funktionieren. Aus jeder Situation, durch jedes Gespräch wird man immer ein Stück klüger bzw. nimmt man Anreize und verschiedene Gedankengänge mit.

Ich wurde Anfang des Jahres gefragt, ob ich einen Beitrag für diesen Blog formulieren möchte. Meine direkte Antwort war NEIN!
Wissen Sie, was schön ist, wenn ein „Nein“ akzeptiert und das Warum verstanden wird.
Und heute kann ich daraus ein überzeugtes JA machen.

In diese eine Rolle hineinzuwachsen bzw. die verschiedenen Rollen mit Leib und Seele auszufüllen bedeutet Geduld haben. Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Ich sage meinen Teilnehmern sehr häufig, dass Übung und Erfahrung einen besser werden lassen. Hilfe annehmen und offen für Feedback zu sein, ist ein Muss. Vor allem Geduld mit sich selbst zu haben, das bringt einen voran.

Fazit:

Meines Erachtens gibt es nicht die eine Rolle – vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Rollen. Welches dabei die Nebenrollen und welches die Hauptrollen darstellen, kann jeder Einzelne nur selbst herausfinden! Das Wichtigste ist, trotz der verschiedenen Rollen sich selbst treu zu bleiben.

Kommentare

  1. Hallo Michelle,
    danke für deinen wunderbaren Blog-Beitrag und deine Offenheit.
    Ich hoffe, dass dieser Betrag Kolleginnen und Kollegen ermutigt aus ihrer Komfortzone herzuzutreten und neue Herausforderungen anzunehmen.
    Ich möchte aber dein Fazit ganz dick unterstreichen.
    Es geht nicht um einen neuen Titel, mehr Verantwortung oder andere Bewegründe. Letztendlich musst du dir selbst treu bleiben und hinter dem was du tust stehen.

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Unternehmenskultur braucht Dialog

Die vergangenen Wochen war ich sehr intensiv im Dialog. Nicht nur mit unserem People-Team, sondern auch darüber hinaus mit unserem Sozialpartner während der Tarifverhandlungen und auch unseren Franchise-Partnern anlässlich der Halbjahres-Meetings. Mancher gelingt besser, mancher benötigt Zeit, um zu Ergebnissen zu führen. Voraussetzung ist, dass man sich überhaupt auf Dialog und Austausch einlässt.

Als Vertreterin meines Arbeitgebers suche ich gerne den Dialog. Im Unternehmen wie auch darüber hinaus. Manchmal fehlt allerdings das Gegenüber. So wie diese Woche zum Beispiel. Wir setzten uns intensiv mit unseren Bewertungen auf kununu.de auseinander. Getreu nach dem Motto „Feedback ist ein Geschenk“ kümmert sich eine Mitarbeiterin in meinem Team um die Rückmeldungen unserer Mannschaft wie auch um unsere Reaktionen, die wir auf dieser Plattform öffentlich sichtbar einstellen. Über diese anonymen Bewertungen erfahre ich teilweise von Sachverhalten aus unserem Unternehmen, die leider intern nicht direkt zur Sprache gebracht werden. Obwohl wir Dialogoptionen anbieten und auch all meine Kontaktdaten inklusive Mobilnummer im Unternehmen öffentlich zugänglich sind. Vielleicht sind die Hürden für einen Bereichs- oder Hierarchie-übergreifenden Dialog zu hoch? Vielleicht sind anonyme Formate zum „Dampf ablassen“ einfacher, als sich einer direkten Gesprächssituation zu stellen?

Und was ist, wenn wir Dialog einfordern? Dieses Thema besprechen wir mit den Führungskräften, die nah an ihrer Mannschaft dran sein sollten. Vielleicht müssen wir alle mit Personalverantwortung noch viel häufiger Dialog zu den Kleinigkeiten des Berufsalltags mit unseren Teams üben, damit die Kommunikation auch bei großen, schwierigen und belastenden Themen gelingt. Und zwar bevor Mitarbeiter keinen anderen Kanal mehr sehen als eben externe Bewertungsplattformen. Die Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur, oder besser, unseres Miteinanders, geht nur im Dialog. Lassen Sie mich an dieser Stelle aber auch deutlich sagen, dass das keine einseitige Sache sein kann. Führungskräfte, Kollegen und Mitarbeiter verdienen es, direkt Impulse zu bekommen, denn nur so lassen sich Lösungen in der offenen Kommunikation finden. Liebe Leser und liebe Kollegen, das wäre doch mal eine gute Sache für den Selbstversuch.

Gastbeitrag – Warum McDonald’s keinen „Kundenservice“ hat…

Heute darf ich Ihnen den Gastbeitrag von Stephanie Wolf ans Herz legen. Frau Wolf ist bei uns in der Verwaltung so nah am Gast wie kaum ein anderer. Sie betreut unseren Gästeservice und ist dadurch im direkten Austausch mit unseren Gästen. Im Folgenden bekommen Sie spannende Eindrücke in ihre täglichen Arbeit:

 

Wenn man an den klassischen Kundenservice denkt, denkt man an Beschwerden und an technische Dinge wie Staubsaugerreparatur. Man hat Ticketnummern und lange Warteschlangen vor schlecht besetzten Schaltern im Kopf. Und wer hat noch nicht stundenlang am Telefon gesessen, unterhalten von nervtötender Musik und hoffend, dass man „wirklich gleich dran“ sei – nur um dann letztendlich von Pontius zu Pilatus weiterverbunden zu werden?

Kundenservice im Restaurant? Das bringt man eher nicht zusammen und wenn doch, dann wohl eher mit der Heizungswartungsfirma, die dafür sorgt, dass die Gäste nicht frieren müssen. Das ist auch der Grund, warum es bei McDonald’s keinen Kundenservice gibt. Bei uns gibt es einen Gästeservice. Denn als Restaurantbetreiber sind wir Gastgeber und wir bedienen Gäste. Das bedeutet natürlich auch, dass für uns dieser Service schon im Restaurant beginnt – denn, wie es das Wort schon sagt – es ist ja nichts anderes als Service für und an unseren Gästen. So gesagt klingt das ziemlich einfach – bei mehr als zwei Millionen Menschen, die wir alleine in Deutschland täglich bedienen, kann das aber auch manchmal herausfordernd sein. Natürlich lassen wir unsere Kollegen im Restaurant nicht alleine und haben zusätzlich einen klassischen Gästeservice, an den man sich auch nach seinem Besuch oder ganz unabhängig davon, wenden kann. Wir versuchen einerseits weiterzuhelfen, wenn der Restaurantbesuch einmal nicht zur vollen Zufriedenheit verlaufen ist, aber natürlich auch bei allen anderen Anliegen, Fragen und Sorgen, die unseren Gästen am Herzen liegen.

Weit gefehlt, wer aber denkt, dass wir uns im McDonald’s Gästeservice ausschließlich mit fehlenden Burgern im McDrive oder zu wenig Käse auf dem Cheeseburger beschäftigen. Die Menschen, die mit uns in den Dialog treten, haben auch eine Menge Fragen. Das geht von „Letzte Woche stand auf meinem Tisch im McCafé eine tolle Pflanze und ich möchte sie so gerne auch für zu Hause haben. Wie ist denn die korrekte botanische Bezeichnung?“ über „Ich finde Eure Stühle im Restaurant XY schön. Kann ich die auch als Privatperson kaufen? Und wenn ja, wo?“. Auf all das eine klärende Antwort zu geben, ist nicht immer einfach und ich bin hier auf das Wissen der Mitarbeiter in unseren verschiedenen Fachabteilungen angewiesen. Ich argwöhne aber ehrlich gesagt auch, dass viele Kollegen in Erwartung meiner oft schwierigen und manchmal auch abstrusen Fragen innerlich zusammenzucken, wenn sie meine Nummer auf dem Display sehen. Aber unser Anspruch ist tatsächlich, soweit möglich, alle Anliegen unserer Gäste zu beantworten.

Ein Thema, das bei uns auch immer unter den Top 3 ist, sind Fragen zu McDonald’s als Arbeitgeber. Hier werden wir oft schon vor der eigentlichen Bewerbung nach den Kriterien gefragt, die zu erfüllen sind. „Welchen Schulabschluss benötigt man?“, „Wie ist das mit Visa und Arbeitserlaubnis?“ und „Wie viel verdiene ich überhaupt bei euch?“. Wir versuchen natürlich auch hier die Fragen soweit wie möglich zu beantworten. Eine große Hilfe ist dabei auch oft der zusätzliche Verweis auf die Karriere-Seite von McDonald’s (www.karriere.mcdonalds.de/). Hier finden interessierte Bewerber Antworten auf viele Fragen und Wissenswertes rund um unser Unternehmen und die Arbeit bei uns. Außerdem sehr praktisch – wenn einem gefällt, was man liest, kann man sich hier auch gleich bewerben. Einige potenzielle zukünftige Kollegen möchten erst einmal das Restaurant erkunden, bevor sie den Schritt einer offiziellen Bewerbung wagen. Sie wollen unser Herzstück – die Küche – besichtigen und dabei selbst überprüfen, ob das, was wir erzählen, auch tatsächlich der Wahrheit entspricht. Deshalb bieten wir unsere Backstage Touren an. Anmelden kann man sich direkt über unsere Webseite (www.mcdonalds.de/uber-uns/backstage-touren). Wir vom Gästeservice leiten die Anfragen direkt weiter und wenn der Termin noch frei ist, wird man zu einer Führung durch das entsprechende Restaurant eingeladen. Natürlich darf jeder interessierte Gast an einer Backstage Tour teilnehmen – auch ohne sich danach bei uns zu bewerben. Spannend ist es allemal, wenn man hinter die Kulissen blicken darf und von unseren Kollegen vor Ort erklärt bekommt, worauf es bei der täglichen Arbeit in einem McDonald’s Restaurant ankommt.

Service für unsere Gäste ist bei McDonald’s definitiv eine Herzenssache – und zwar sowohl innerhalb, als auch außerhalb unserer Restaurants.

Ich arbeite seit mittlerweile fast sechs Jahren für McDonald’s und als Teil des Corporate Affairs Teams habe ich das Glück, täglich das zu machen, was ich gerne tue – Kommunikation. Ganz besonders gefällt mir dabei der direkte Dialog mit unseren Gästen im Gästeservice. Man bekommt hier ungefiltert ihre Wünsche, Sorgen und Ideen mit und es erfüllt mich immer wieder, wenn ich zur Lösung eines Problems beitragen oder eine schwierige Frage beantworten konnte.

Willkommen zurück bei McDonald’s!

Ganz besonders gelungen finde ich den Gastbeitrag von Robin Schmidt. ‚Was geht – Arbeiten wie Du bist‘ – unser Leitgedanke im Bereich Arbeitgebermarke, könnte nicht besser belegt werden. Unser Autor macht ganz sicher seinen Weg. Viel Spaß beim Lesen.

Robin Schmidt, Mitarbeiter bei McDonald'sDie Zutaten für einen erfolgreichen Job kann man nicht kaufen. Sie sind entweder in einem Unternehmen fest verankert – oder eben auch nicht. Mein erstes Rezept in der Arbeitswelt bekam ich mit 18 Jahren bei McDonald’s ausgehändigt. Darauf stand zunächst mal: Minijobber neben der Schule, flexibel an allen Stationen innerhalb des Rotationssystems einsetzbar, Arbeitszeit vorrangig am Wochenende. Das hat mich aber in keiner Weise abgeschreckt. Ich hatte einfach Bock auf diesen Job. Ich glaube, es war zur damaligen Zeit einfach eine Mischung aus zwei Dingen, die mich zu McDonald’s führten. Zum einen die Marke McDonald’s und das System, das dahintersteht. Zum anderen war es auch eine klare lokale Verankerung – ich musste in meiner Heimatstadt Herborn, einer hessischen Kleinstadt, nur zehn Minuten bis zum Restaurant laufen. Schon nach kurzer Zeit konnte ich allerdings meine Rezeptliste um prägende Erfahrungen erweitern.

Stichwort Kommunikation: Im Service oder in der Lobby war ich der erste Ansprechpartner für Gäste bei Bestellungen oder wenn etwas einmal nicht so funktioniert hat wie es sollte. Das Augenmerk lag immer darauf, dass sich unsere Gäste wohlfühlen. Hier habe ich gelernt, mit Menschen auf Augenhöhe zu kommunizieren, aber auch Konfliktsituationen zu lösen. Die Entscheidung für mein späteres Studium sollte durch diese Situationen auf jeden Fall gefüttert werden.

Stichwort Produktqualität: In der Küche läuft die Produktion von Burger & Co. immer nach gewissen Standards ab. Die Herausforderung hierbei ist es, einen guten Überblick über alle Abläufe zu behalten. Man hat in jedem Fall eine große Verantwortung für die Qualität der Produkte.

Am meisten Spaß gemacht hat mir allerdings ein ganz anderer Punkt: Auch wenn es bei McDonald’s für jede Kleinigkeit eine Vorgabe gibt, weiß man vor Beginn seiner Schicht eigentlich nie genau, was auf einen zukommt, da man bspw. das Gästeaufkommen nicht immer haargenau berechnen kann oder aber Ausfälle von Mitarbeitern oder Maschinen nur bedingt vorhersehen kann. Auf Unvorhergesehenes zu reagieren fand ich schon immer äußerst spannend.

Als ich mein Abitur dann in der Tasche hatte, habe ich mich dann für eine Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie entschieden. Was damals für fragende Blicke bei einigen Verwandten und Freunden sorgte, war für mich die logische Konsequenz aus meinen positiven Erlebnissen mit McDonald’s. Klar: „Was lernst du denn da überhaupt?“, war so ziemlich die meistgestellte Frage. Als ich meinen Freunden aber mit der Zeit erzählte, für was ich da eigentlich alles verantwortlich bin, wurden ihre Vorurteile und Zweifel immer geringer.

Denn neben klassischen gastronomischen Inhalten im ersten Lehrjahr wie z.B. die Zubereitung von Speisen oder die Reinigung der Geräte, ist es in den weiteren Lehrjahren das Ziel, vermehrt Verantwortung im täglichen Restaurantbetrieb zu übernehmen. Plötzlich war ich nicht mehr nur Ansprechpartner für Gäste, sondern auch für Mitarbeiter, Lieferanten oder andere etwaige Firmen. Unter Anleitung und Betreuung meiner Ausbilder habe ich z.B. den Einsatz an einzelnen Stationen für die Mitarbeiter koordiniert, tägliche Qualitätskontrollen vorgenommen oder Warenbestellungen angefertigt. Das Highlight meiner dreijährigen Ausbildung war dann gegen Ende aber der sogenannte „SMC“, was für Shift-Management-Course, zu Deutsch Schichtführungskurs, steht. Mit Bestehen des Kurses bekommt man endgültig grünes Licht, um ein Restaurant nach der Lehre eigenständig – nach den McDonald’s-Standards – zu führen. Damit konnte ich eigenverantwortlich eine Schicht planen oder eben auch umplanen und auf Unvorhergesehenes reagieren.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich in dieser Position trotzdem nicht mein Leben lang gesehen habe. Bei allen positiven Erfahrungen während meiner Zeit bei McDonald’s muss einem eines klar sein: Wenn man sich für Gastronomie entscheidet, dann entscheidet man sich für Gastronomie. Das bedeutet, dass man gerade im Management ständig erreichbar sein sollte und vor allem viel am Wochenende arbeitet. Nach über vier Jahren wollte ich davon etwas Abstand gewinnen. Darum habe ich mich trotz Übernahme nach der Ausbildung dazu entschieden aus meiner Kleinstadt wegzuziehen und ein Studium der Kommunikationswissenschaften in Köln zu beginnen. Insbesondere während meines Studiums in den Fächern Journalismus und Unternehmenskommunikation musste ich mich immer wieder auf Unvorhergesehenes einstellen. Wie das funktioniert, hatte ich ja bereits bei McDonald’s gelernt.

Die Marke McDonald’s habe ich in meiner Studienzeit aber weiterhin intensiv verfolgt. Als Beispiel für gelungene Unternehmenskommunikation in einigen Bereichen habe ich Vorträge in meiner Hochschule über McDonald’s gehalten. Nach einigen Jahren Pause vom „direkten McDonald’s-Kosmos“ habe ich für mich festgestellt, dass ich gerne dort arbeiten würde, wo die Entscheidungen für alle McDonald’s-Restaurants in Deutschland getroffen werden – an der Basis, sprich der Verwaltung in München. Ein Praktikum in der Abteilung Corporate Affairs vereint aktuell nicht nur seit über drei Monaten perfekt meine beiden Vorlieben Gastronomie und PR, sondern bietet mir darüber hinaus auch die Möglichkeit meine Erfahrungen aus Ausbildung und Studium bei täglichen Entschlüssen mit einzubringen. Das Spannendste für mich ist, dass man sehr viele eigene Ideen entwerfen kann und diese auch oftmals kreativ umsetzen kann, um die Markenbildung voranzutreiben. McDonald’s hat einfach einen so großen Namen und jeder hat dazu irgendwie eine Meinung – egal ob positiv oder negativ.

In irgendeiner Form zu McDonald’s zurückzukehren und für die Marke zu arbeiten war nach meiner Ausbildung schon nochmal ein kleiner Traum. Das Gefühl sowohl im Restaurant als auch in der Verwaltung gearbeitet zu haben bzw. zu arbeiten und zu sehen, welche Schritte alle nötig sind, dass das Unternehmen tagtäglich so erfolgreich ist wie es ist, kann man nicht kaufen.

„Weg vom Beschwerde-Modus“

In den vergangenen Monaten haben wir im Bereich People intensiv an unserer Organisation gearbeitet. In solch einer „Change“-Phase verändern sich für einzelne Kolleginnen und Kollegen die Aufgabenbereiche, die Zuordnung und das Tagesgeschäft. Veränderungen in diesem Umfang stehen nicht unbedingt ganz oben auf der Beliebtheitsskala, sorgen möglicherweise für etwas Unsicherheit oder machen Manchen sogar Angst. Um den Wandel und den Übergang besonders nachvollziehbar zu gestalten, haben wir in vielen Bereichen Workshops mit den Teams eingeplant. Auf dem Projektplan im Change-Management stehen alle Ampeln mittlerweile auf Grün – und wie sieht’s in den Teams aus?

Dazu haben wir eine kleine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, den PULSE-Check. Und auch dort überwiegen die grünen Bewertungen. Bei der Betrachtung der Freitextfelder lerne ich, dass es aber auch noch Nachholbedarf gibt. Information, Kommunikation, Vertrauen, Miteinander – lauter Themen, die in unserer Arbeit an der Unternehmenskultur eine wichtige Rolle spielen (https://www.employerbranding-blog.de/2017/04/unternehmenskultur-wie-werden-wir-ein-besseres-mcdonalds/). Ebenso Kommentare zu den Veränderungen, und dass diese sich erst mal setzen müssen.

In dieser Woche habe ich mich ganz informell bei einer Teambrotzeit und bei einem Teamlunch umgehört, was meine Mannschaft aktuell umtreibt. Ein Kommentar hat mir ganz besonders gut gefallen: „Weg vom Beschwerde-Modus, lass‘ uns wieder Lösungen finden“. Mich freut an dieser Aussage besonders, dass sie mit den Ängsten abschließt und die Chancen beschreibt. Dass eigene Kollegen aufgerufen werden, lösungsorientiert nach vorne zu arbeiten. Ganz im Sinne der Kulturprinzipien, die unsere Führungskräfte erarbeitet haben und die offenkundig schon in unseren Teams angekommen sind (Auszug):


  • „ZUSAMMEN“ IST FÜR UNS MEHR ALS EIN LIPPENBEKENNTNIS! ES IST GELEBTE REALITÄT….“
  • „…. EIN PROBLEM ZU ERKENNEN IST GUT – LÖSUNGEN ZU FINDEN IST UNSER ANSPRUCH.“



  • Das ist ein guter Ansporn und für mich persönlich eine unglaubliche Motivation, weiter an unserer Kultur zu arbeiten und alle Kolleginnen und Kollegen zu ermutigen, diese Prinzipien zu leben und weiterzutragen.