Azubimangel allerorten

Laut DIHK gibt es in diesem Jahr ca. 55.000 weniger Schulabgänger als noch vor einem Jahr.
Es bleiben in 2014 voraussichtlich rund 100.000 offene Ausbildungsplätze unbesetzt, 2013 waren es 20 Prozent weniger. Dazu kommt, dass es pro Jahrgang mittlerweile 30 Prozent mehr Studienanfänger gibt als noch vor zehn Jahren.
Deswegen möchte ich das Thema Ausbildungssituation hier nochmal aufgreifen, weil diese Zahlen mittlerweile als dramatisch anzusehen sind. Einige Gedanken hierzu:

Man könnte von einer Überakademisierung der Gesellschaft sprechen, auf der anderen Seite ist es auch eine tolle Errungenschaft, dass so vielen jungen Menschen der Zugang zu einem höheren Bildungsgrad ermöglicht wird. Auffällig ist aber, dass immerhin ca. 30 Prozent der Erststudierenden ihr Studium abbrechen. Also ist die Entscheidung für ein Studium nicht grundsätzlich die richtige.

Die duale Ausbildung in Deutschland steht noch nicht vor dem Aus. Sie ist eine bewährte Form der Qualifizierung junger Menschen. Allerdings wird die Ausbildung mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns bei Jugendlichen unter monetären Gesichtspunkten an Attraktivität einbüßen. Ich denke es ist an der Zeit, die Vorteile dieser Ausbildung mit konzertierten Maßnahmen wieder in den Vordergrund zu rücken. Wir brauchen ein Bekenntnis von allen Beteiligten zur dualen Ausbildung in Deutschland mit einem fest definierten Maßnahmenkatalog.

Die Situation am Ausbildungsmarkt kommt für niemanden überraschend. Gesellschaft, Politik, Unternehmen, Verbände und auch Gewerkschaften tragen in ihrem Bereich Verantwortung. Das Thema muss immer wieder auf die Tagesordnung, schließlich geht es um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Die Lösung des Problems kann nur gelingen, wenn sich alle Verantwortlichen möglichst schnell zum gemeinsamen Handeln verpflichten. Wir brauchen eine genaue Analyse der bestehenden Schulformen auch aus dem föderalen Blickwinkel heraus. Viel zu lang schon nehmen wir hin, dass jedes Jahr mehr als 50.000 Schüler die Schule ohne einen Abschluss verlassen.

Und wir brauchen eine deutlich verbesserte Integrationspolitik mit Schaffung einer realen und toleranten “Willkommenskultur”.

Die ausbildenden Unternehmen in Deutschland sind zu jeder Unterstützung bereit und tun heute schon sehr viel, um junge Menschen beim Start ins Berufsleben tatkräftig zu begleiten.
Das gilt auch für McDonald’s und seine Franchise-Nehmer.

Ich freue mich auf Ihre Meinungen,
herzlichst Wolfgang Goebel

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Ein Tag auf dem Bauernhof

Teambuilding auf dem Bauernhof

Teambuilding auf dem Bauernhof

Vielleicht kennen Sie die Situation – Sie nehmen sich etwas vor, aber der Alltag an Ihrem Arbeitsplatz treibt Sie in eine andere Richtung.

Ganz häufig nehme ich mir vor, mich nicht nur mit Mitarbeitern meines eigenen Bereichs oder Kollegen, mit denen ich gerade zu tun habe, zu beschäftigen. Ich würde gerne öfter Kontakt mit Mitarbeitern anderer Bereiche aufnehmen, sozusagen ins Unternehmen hineinhorchen. Beispielsweise um eine weitere Meinung zu hören, einen neuen Themenkomplex kennenzulernen oder auch, um das klassische „Silodenken“ ein Stück abzubauen.

Vergangene Woche bekam ich mit über 300 Kollegen einen ganzen langen und sonnigen Tag Gelegenheit dazu – beim traditionellen Sommer Infotainment. Dieser Termin im McDonald‘s Jahreskalender hat das Ziel, die Mitarbeiter des Hauptservice Centers über die aktuelle Geschäftslage, die Strategie und Projekte zu informieren (Information) und abseits des Alltags auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken (Entertainment).

Die ganze Veranstaltung fand dieses Jahr auf dem Bauernhof statt, der Teambuilding-Teil interdisziplinär oder neudeutsch „cross-functional“, und auf dem Bauernhofgelände damit auch „cross-country“. Es gab einige sehr interessante Herausforderungen zu meistern: beispielsweise Melken, Traktor Fahren oder Schubkarrenrennen. Mein Fazit: das Team gewinnt immer. Vor allem dann, wenn man die Gelegenheit hat, mit Menschen im wahrsten Wortsinn „an einem Strang“ zu ziehen.

Den anderen anzufeuern, Spaß zu haben oder auch festzustellen, dass ein CEO im Schubkarren-Parcours genau so schwer zu schieben ist wie ein Werkstudent. Oder dass der Finanzvorstand im Kühe melken nicht talentierter ist als ein Marketingmitarbeiter (um an dieser Stelle auch mit berufsständischen Vorurteilen aufzuräumen). Und insbesondere, dass die Vielfalt der bunt zusammengewürfelten Mitstreiter für die besten Ergebnisse sorgt. Wenn das keine validen Erkenntnisse für den Arbeitsalltag sind!!!

Außerdem hätte ich für alle Unentschlossenen, aber Urlaubswilligen, einen ganz tollen Tipp: Ferien auf dem Bauernhof. Garantiert nicht langweilig!

Schönen Urlaub!

Gedanken zum Thema Führung

Im Augenblick fällt mir auf, dass viele Fachmedien sich wieder mit dem Thema „Führung“ beschäftigen. Als ideale Führungskraft wird oftmals diejenige beschrieben, die gut zuhören kann, Mitarbeiter in Entscheidungsprozessen einbindet, delegiert und in schwierigen Zeiten souverän bleibt.

Was mir auffällt, ist, dass in der einschlägigen Literatur und in der Wissenschaft dieses Thema oft von Menschen untersucht und beurteilt wird, die noch nie in verantwortlicher Position in Unternehmen gearbeitet haben.

Führung wie aus dem Lehrbuch habe ich persönlich in meiner mittlerweile fast 30-jährigen beruflichen Laufbahn noch nicht kennengelernt. Aber ich habe Menschen kennengelernt, Chefs gehabt, die unter der Last der Führungsverantwortung schwer zu tragen hatten, und Chefs, denen Führungsverantwortung Flügel verliehen hat.

Deshalb stellt sich für mich immer erst die Frage: Wenn jemand eine neue Führungsposition übernimmt, ist derjenige überhaupt in der Lage, mit den Herausforderungen in der neuen Position umzugehen?

Warum ich denke, dass das so wichtig ist? Ich beobachte, dass Führungsverhalten und Führungspotential oft vom „Wohlfühlempfinden“ desjenigen abhängt, der Verantwortung trägt. Ganz selten stelle ich fest, dass der Umgang mit Mitarbeitern in angenehmen Zeiten sowie in stressigen Zeiten auf gleichem Niveau stattfindet. Und ich kann es nachvollziehen, dass äußere Einflüsse eine direkte Auswirkung haben.

Meiner Meinung nach ist es deshalb so wichtig, dass ein guter „Leader“ ein Stück weit in sich selbst ruht, mit sich selber gut klar kommt und Selbstbewusstsein ausstrahlt – getreu dem Motto:
„Bevor du dir eine Meinung über andere bildest, hilft es, wenn du eine gute Meinung von dir selbst hast.“

Ich bin mir ganz sicher, dass die Voraussetzung für eine gute Führungskraft ist, mit einer positiven Einstellung an neue Herausforderungen heranzugehen und diese Einstellung beginnt mit einem selbst. Nur so kann man andere auch auf eine „Reise“ zu einem bestimmten Ziel mitnehmen.

Keiner ist jeden Tag gleich gut gelaunt, keiner kann Probleme immer weglächeln, aber ich denke, es gibt zwei Attribute, die für eine gute Führungskraft unerlässlich sind:
1) Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts und mit welchem Leistungsvermögen mit Respekt zu behandeln.
2) Menschen wertschätzend zu begegnen und in jeder Situation, auch in Krisenzeiten, diese Wertschätzung aufrecht zu erhalten.

Sie denken vielleicht: „Na, wenn das schon alles ist, das ist doch nicht schwer?!“

Denken Sie mit mir gemeinsam nach, kennen Sie einen „Leader“, der diese beiden Umgangsformen immer beherzigt? Oder die Frage anders gestellt an diejenigen von uns, die eine Führungsrolle wahrnehmen: Orientieren wir uns immer an Respekt und Wertschätzung?

Ich darf sagen, dass ich es auf jeden Fall in meiner Führungsfunktion versuche und danach strebe. Wie oft es gelingt und wie oft es daneben geht, kann ich nicht beurteilen. Das können nur die Menschen wissen, mit denen ich zusammenarbeiten darf, offenes und ehrliches Feedback vorausgesetzt.

Was sind Ihre Gedanken dazu?

It’s all about the team – der Teamcup der Systemgastronomie

Wenn ich auf Geschäftsreise bin, dann nicht nur in meiner Funktion als Personalvorstand von McDonald’s Deutschland, sondern auch als Präsident des Bundesverbandes der Systemgastronomie (BdS).  Ende März führte es mich an einem Samstag nach Elmshorn. Elmshorn? Dort fand in diesem Jahr der 5. Teamcup der Systemgastronomie statt. Ich durfte die Veranstaltung eröffnen, eine besondere Ehre für mich.

Was hat es mit dem Teamcup auf sich?
Rund 100 Azubis zur Fachfrau oder zum Fachmann für Systemgastronomie von verschiedenen Branchenbetrieben werden ausgewählt für einen nationalen Teamwettbewerb und zeigen, was sie bereits in ihrer Ausbildung alles gelernt haben. Der BdS möchte auf diese Weise als Ausrichter des Wettbewerbs den Ausbildungsweg bekannter machen und zeigen, dass die Systemgastronomie viele attraktive Karrierewege bietet.  Die Europaschule in Elmshorn ist dafür ein ganz besonderer Austragungsort, sie lebt vom Engagement der Lehrer und der Schüler und das spürt man sofort.

Die diesjährige Teamaufgabe lautete: Das systemgastronomische Konzept der fiktiven Café-Kette „Waffelino“ sollte so überarbeitet werden, dass aus dem eindimensionalen Süßwarenangebot ein attraktives Restaurant-Angebot für den ganzen Tag entsteht. Die Teilnehmer entwickelten neue Produktideen, Marketingkonzepte und drehten sogar eigene Werbespots. Eine echt anspruchsvolle Aufgabe.

Und wie der Name „Teamcup“ schon sagt – hier drehte sich alles um perfekte Teamarbeit. In Vierergruppen ging es darum, Kreativität mit dem umfassenden Wissen rund um alle Restaurantabläufe zu einem überzeugenden Konzept zu kombinieren.

Und genau das mag ich so an unserem Teamcup – hier steht nicht der Einzelkämpfer im Vordergrund, sondern – ganz wie in der Systemgastronomie üblich – die Teamleistung ist entscheidend.  Getreu dem Motto: Einer für alle, alle für einen!

Und wie ich jedes Jahr mit Freude feststelle, die Teilnehmer sind stolz, dabei zu sein und ihr Unternehmen bundesweit und mit Herz zu vertreten. So war der Teamcup für alle ein erfolgreicher Tag: eine tolle Anerkennung für die Besten der Branche mit glücklichen Siegerteams und eine eindrucksvolle Demonstration der Qualität eines der Ausbildungswege in der Systemgastronomie.

Und besonders freut mich natürlich, dass auch unsere Finalisten gut abgeschnitten haben! Das Siegerteam fährt übrigens zum Oktoberfest nach München, ist doch cool, oder?

Wir haben zwei unserer McDonald’s Azubis, Anastasia und Max, bei ihrer Teilnahme am Teamcup begleitet, hier gibt’s das Video dazu!

Zauber aus 1001 Nacht – Restaurant Manager Convention in Dubai

Drei Jahre sind nun schon vergangen, seit wir unsere Restaurant Manager zur sogenannten Convention eingeladen haben, und zwar nach Lappland. Die Temperatur damals -5 °C und Schneefall. Diesmal in Dubai ging es deutlich heißer her, 25 °C und meistens Sonne.

Wir versammeln uns alle drei Jahre in dieser Runde. Wir möchten all denen unsere Wertschätzung entgegen bringen, die mit ihrer Mannschaft im Restaurant dafür sorgen, dass sich tagtäglich weit über 2,5 Mio. Menschen in unseren Restaurants “Willkommen bei McDonald’s” fühlen. Unsere Restaurant Manager sind das Herzstück von McDonald’s. Denn das Gästeerlebnis hängt entscheidend von ihrem Einsatz ab. Sie sorgen dafür, dass Marketing zum Leben erweckt wird, Produkte von hoher Qualität frisch und heiß serviert werden und das Restaurant einladend ist. All diese Themen standen auch auf dem Programm – an zwei Tagen stellte unser Führungsteam die aktuellen Strategien, Kampagnen und Prozesse vor.

Die Dubai-Experience kam dabei nicht zu kurz. In der Dämmerung haben wir die ganz besondere Verbindung von arabischer Historie und Modernität bei einer Rundfahrt auf dem Dubai Creek erlebt, den Zauber aus 1001 Nacht in der benachbarten Wüstenlandschaft. Am Teambuilding Tag kam es am Strand zu einer
Höchstleistung – unsere Restaurant Manager halten nun den Weltrekord im “Größten Wasserballonwerfen”.

Ich war echt beeindruckt, dass unsere Restaurant Manager das geschafft haben. Und ich bin stolz darauf, dass es während der gesamten Zeit zu einem intensiven, hierarchieübergreifenden Dialog kam. Da werden einem auch mal deutlichere Botschaften mit auf den Weg gegeben. Ein Zeichen, dass Commitment und Offenheit zu den ganz starken Werten gehören, die uns prägen.

Mich motiviert das ungemein, gleichzeitig versetzt mich die gemeinsam verbrachte Zeit in die Tage zurück, als ich selbst noch Restaurant Manager war. Damals wie heute beflügeln mich diese Erlebnisse, schaffen und erneuern die Verbindung mit den Menschen in unserem Unternehmen. Ich hoffe, dass dieses Gefühl bei allen Teilnehmern genau so lange vorhält, wie bei mir.

Wie sieht Teambuilding in Ihrem Unternehmen aus? Ich  freue mich über den Erfahrungsaustausch.

Doch bevor es richtig losging, begann das logistische Meisterwerk in Deutschland. Es ist gar nicht so leicht, Locations, Flüge und Unterkunft für fast 1.000 Menschen zu organisieren. Mein Dank geht an dieser Stelle an unsere Eventmannschaft, die einen fabelhaften Job gemacht hat.

Sprache: Integration statt Barriere!

Kennen Sie das berühmte Zitat des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren“? Wir kommunizieren und informieren ständig, auch wenn wir gar nichts sagen. Beispielsweise über Gesten, Mimik, oder unbewusstes Verhalten. Wollen wir anderen etwas mitteilen, bedienen wir uns der Sprache, ohne darüber nachzudenken. Aber was tun, wenn das Gegenüber eine andere Sprache spricht?

Eine Situation, die auch in unseren Restaurants vorkommt, sei es im Gespräch mit Gästen oder neuen Kollegen. Bei rund 130 verschiedenen Nationalitäten unter den Mitarbeitern allein in Deutschland kann es schon einmal passieren, dass es bei Neuankömmlingen noch nicht so gut klappt mit der neuen Sprache. Auf diese Vielfalt bin ich stolz, mit der unsere Mitarbeiter unsere Unternehmenskultur prägen und geprägt haben. Sie zeigen jeden Tag aufs Neue, dass mit Engagement, Teamgeist und Verständnis solche Probleme gelöst werden können.

Zum „Tag der Muttersprache“ am heutigen Freitag möchte ich Ihnen Ramona D’Andrea vorstellen, sie ist Restaurant-Managerin in einem unserer Restaurants in Frankfurt am Main. Bei ihr arbeiten 12 verschiedene Nationalitäten zusammen, von Marokko bis zu den Philippinen gibt es dort eine interessante Sprachenvielfalt: Man hört Marokkanisches Arabisch, Bulgarisch, Italienisch, Rumänisch, Deutsch, Polnisch, Serbisch, Ungarisch und Slowakisch und trifft Menschen von den Philippinen, aus Sri Lanka, oder dem Irak. Mit ihr sprach ich darüber, wie sich diese (Sprachen-)Vielfalt im Alltag bemerkbar macht. Lesen Sie hier unser kurzes Gespräch:

Wie werden neue Mitarbeiter integriert, die noch nicht so gut Deutsch sprechen?
Mitarbeiter, die schlecht oder wenig Deutsch sprechen, werden von den Kollegen zunächst noch im Küchenbereich auf die Aufgaben im Kassen-/Gastbereich vorbereitet. Viele besuchen auf eigene Initiative einen Deutschkurs und nutzen dazu die Unterstützung von McDonald’s mit dem Crew College-Zuschuss in Höhe von 100 EUR.

Was ist die größte Herausforderung und was ist die schönste Bestätigung, wenn man mit vielen Kollegen aus aller Herren Länder zusammenarbeitet?
Die größte Herausforderung ist es, auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen einzugehen und zugleich ein gutes Team aus meinen Mitarbeitern zu formen. Zum Glück hat das bisher immer super geklappt, weil sich die Leute aufeinander verlassen können müssen. Bei uns steht der Teamgeist immer ganz oben.

Und zum Thema schöne Belohnung kann ich dieses Beispiel erzählen: Eine Mitarbeiterin, die kein Deutsch sprach, hat immer ihren Freund vorgeschickt, wenn sie eine Schicht tauschen wollte, einen Tag frei brauchte oder ein anderes Anliegen zum Dienstplan hatte. Beim 3. Mal habe ich ihr dann geantwortet, dass ich gerne im Dienstplan alles möglich mache, aber nur, wenn sie selbst danach fragen kann. Und so hat sie dann doch angefangen, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen. Heute klappt es viel besser, und ich denke, die Sprachkenntnisse machen ihr Vieles einfacher.

Gerne denke ich auch an eine besondere Mitarbeiterin von mir, eine heute 58-jährige Bulgarin. Sie ist seit 13 Jahren bei uns tätig, die ersten Jahre als Saisonkraft, also immer für drei Monate im Jahr. Anfangs sprach sie kein Wort Deutsch, da habe ich sogar ein paar Worte Bulgarisch gelernt, damit wir uns verständigen konnten. Und heute können wir problemlos miteinander telefonieren.

Bei der Verständigung muss man nicht nur die Sprache des anderen erlernen. Auch kulturelle Unterschiede sind wichtig, zum Beispiel meinen Bulgaren mit einem Kopfschütteln „Ja“ und mit Nicken meinen sie „Nein“. Das hat bei uns zu Beginn natürlich zu so einigen Missverständnissen geführt – aber auch zu vielen Lachern.

Ich denke, diese Offenheit und tolle Teamarbeit ist ein hervorragendes Beispiel für gelebte Integration und Vielfalt. Fremde Sprachen und Kulturen bereichern uns in jeder Hinsicht, das sollten wir uns gerade heute nochmal vor Augen führen.

Und wer Lust hat, sich „Willkommen bei McDonald’s“ auf Tamil, Paschto (gesprochen z.B. in Afghanistan) oder Bulgarisch anzuhören, klickt einfach auf diesen Link, viel Spaß dabei!

Information ist nicht gleich Kommunikation – wie ich jeden Tag dazulerne

Sicher haben Sie in Ihrem Unternehmen auch diverse Informationskanäle, die über den normalen
E-Mail Versand hinausgehen. Beispielsweise Newsletter, Intranet, Videobotschaften, Townhall-Meetings etc.

Um zielgruppengerecht zu informieren, ist natürlich die Wahl des richtigen Mittels entscheidend. Die Kommunikationsabteilung entscheidet bei uns zumeist über die Botschaften. In diversen Diskussionen im „People Team“ haben wir darüber gesprochen, dass es nicht nur auf den richtigen Kanal ankommt, sondern darauf, was „Information“ und was „Kommunikation“ ist. Valider Punkt, wie ich finde.

Schon vor zwei Jahren haben wir innerhalb der Personalabteilung die Stelle „People Communications“ geschaffen. Ziel ist es, besser über Themen, von denen wir glauben, dass sie für eine bestimmte Gruppe interessant sind, zu informieren. Das tun wir in Form des „People Newsletters“.

Was wir nicht gemacht haben, ist zu überprüfen, welche Botschaft eigentlich wie beim Adressaten ankommt.

Wie oft hören wir am Tag von so vielen Kollegen die Worte: „Ich habe alle darüber informiert“ oder „Ja, die Information ist raus“ oder „Das wurde schon kommuniziert“ oder „Die Kommunikation hat stattgefunden“. Wir haben wahrscheinlich alle einen „Informations-Overload“. Also nicht nur der Absender, sondern auch der Adressat. Es gilt also, zu filtern, zu fokussieren und den  „Reality Check“ ab und an im Auge zu behalten.

Bei McDonald’s gibt es den wunderbaren Satz: „It’s not real until it’s real in the restaurants“. Was ich mit „Reality Check“ und diesem Satz über die Restaurants meine ist, dass wir immer sicherstellen sollten, dass eine Botschaft auch wirklich ankommt.

Ich persönlich mache das bei Informationen für die Restaurants durch stichprobenartige Anrufe bei Restaurant Managern. Gerade bei langjährigen Weggefährten, von denen ich ehrliches Feedback erwarten kann. Wenn sie antworten „Ja, habe ich bekommen, danke“, dann weiß ich die „Information“ ist angekommen. Antwortet jemand mit „Ja, nützlicher Hinweis, werde das Thema bei mir im Restaurant umsetzen“, dann hat die „Kommunikation“ geklappt.

Wenn also etwas „kommuniziert“ ist, sollte es irgendwo angekommen sein und Reaktion oder Aktion auslösen. Ich denke, so kann man am allerbesten den Unterschied zur Information beschreiben. Und wenn man dann sogar unaufgeforderte Rückmeldungen bekommt und in den Dialog geht, kann man davon ausgehen, dass es bis zum „verstanden“ nur ein klitzekleiner Weg ist. Wir geben uns jedenfalls im Jahr 2014 ordentlich Mühe, mehr auf das „angekommen“ und „verstanden“ zu konzentrieren. Und das schon im Vorfeld einer Information/Kommunikation oder eines Dialogs.

Was denken Sie dazu?

Willkommen 2014!

Und damit meine ich nicht nur das neue Jahr – in 2014 sagen wir auch besonders „Herzlich Willkommen bei McDonald’s“. Ein guter Gastgeber zu sein, lag uns schon immer im Blut. Die Willkommenskultur wollen wir im Hinblick auf neue Mitarbeiter im Jahr 2014 noch stärker umsetzen. Das soll sich auch in der Weiterentwicklung unseres Employer Brandings zeigen. Es wird beispielsweise eine Fortsetzung der erfolgreichen
Mitarbeiterkampagne geben – in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt kann ich leider noch nicht verraten, nur so viel: Bisher standen eher Einzelne im Mittelpunkt, jetzt sind es die Teams…

Abseits unserer eigenen Projekte bin ich besonders gespannt auf die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hinsichtlich der in Kraft getretenen Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänien und Bulgarien. Meine Meinung dazu kennen Sie: Wir haben die Öffnung des Arbeitsmarktes immer begrüßt und sind optimistisch, dass wir arbeitssuchenden Zuwanderern mit einem Einstieg bei uns einen guten Start in Deutschland ermöglichen können. Bereits in der Vergangenheit haben wir mit der Vielfalt, die Mitarbeiter aus anderen Ländern mitbringen, sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir sind also gespannt, wie sich die neue Regelung auf unsere Personalsuche auswirkt!

Sie würden auch gerne Zuwanderer einstellen oder haben bereits Erfahrungen mit der Integration von Immigranten gemacht?

Schreiben Sie mir gerne, damit auch andere Personalverantwortliche von unserem Austausch profitieren können.

Willkommen und Abschied – Welcome and Good Bye

Wechsel an der Spitze von Unternehmen, Verbänden oder Institutionen gibt es immer mal wieder. Dieses Jahr waren für mich ein paar sehr markante dabei:

Gleich im Frühjahr 2013 durften wir zwei neue Mitglieder im Vorstand von McDonald‘s Deutschland willkommen heißen. Marcus Almeling für den Bereich Finance und Supply Chain und Martin Nowicki für den Bereich Marketing. Beide Ernennungen sind übrigens innerhalb unseres Talentmanagements und im Rahmen unserer Nachfolgeplanung erfolgt, was mich als Personalvorstand besonders freut. Mittlerweile sind beide gut integriert „on board“.

Im Herbst dann der Wechsel an der Spitze der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Prof. Dr. Dieter Hundt wurde nach 17 Jahren von Ingo Kramer abgelöst. Mit Prof. Hundt verband mich eine vierjährige sehr gute Zusammenarbeit, eine tolle und prägende Erfahrung.
Mit einem Nachfolger wie Ingo Kramer bin ich mir ganz sicher, dass sich das angenehme und effektive Miteinander fortsetzen wird.

Auch bei unserem Sozialpartner, der NGG, gab es einen Wechsel auf höchster Ebene. Michaela Rosenberger folgt auf Franz-Josef Möllenberg. Das freut mich nicht nur aus Gründen wie Diversity. Sondern auch, weil Frau Rosenberger direkt vom Fach kommt und damit eine kompetente Gesprächspartnerin sein wird. Die Chancen stehen also sehr gut, dass wir unsere Vertrauensbasis weiter leben und ausbauen können.

Im Dezember trat dann Bane Knezevic, über acht Jahre CEO von McDonald’s Deutschland, und damit auch mein Chef, als CEO ab und macht seinen Platz frei für Holger Beeck, unseren bisherigen COO.
Bane stand fast ein Jahrzehnt für die Erneuerung der Marke McDonald’s, für ein attraktives Produktangebot in einem zeitgemäßen Ambiente. Aber auch für wirtschaftlichen Erfolg und einen großen Schritt in Richtung nachhaltigeres Wirtschaften. Eine Führungspersönlichkeit und gleichzeitig ein Mensch mit Ecken und Kanten. Gerade am Anfang unserer Zusammenarbeit habe ich genau diese spüren müssen. Wir hatten durchaus Reibungspunkte. Vielleicht geht es Ihnen ja auch so – manchmal ärgert man sich heimlich ein wenig, wenn der Chef doch Recht hat, aber man freut sich, wenn man sich etwas abschauen oder dazu lernen kann.

Bane ist ein sehr geradliniger Mensch, der im Gespräch und bei Entscheidungen sehr schnell zum Punkt kommt. Eine Art, die ihn mir erst auf den zweiten Blick sympathisch gemacht hat. Bane hat mich geprägt, er hat mich oftmals gefordert, ganz im Sinne des neudeutschen „challengen“.  Ich bin in dieser Zeit ganz sicher effektiver und fokussierter geworden.

Die Zusammenarbeit war geprägt von dem festen Willen, es morgen immer noch besser zu machen als heute und dabei immer den Gast fest im Blick zu haben. Bane hat es sich und anderen nie leicht gemacht und jede Form der Selbstgefälligkeit verachtet. Er war ein ganz hervorragender Zuhörer und ein noch besserer Beobachter, den Menschen zugeneigt, ohne unbedingt Nähe zu suchen.
Ich möchte die langen Jahre unserer Zusammenarbeit nicht missen.

Seinen Nachfolger, Holger Beeck, kenne und schätze ich seit 27 Jahren. Als Unternehmen können wir uns über einen erfahrenen Kenner unseres Geschäfts freuen, ein würdiger Nachfolger also. Dieser Schritt ist wichtig für die Kontinuität – auch in unserem Business ein Wert an sich.

Ich freue mich auf das Jahr 2014 und auf ein gutes Miteinander mit allen Partnern, unserem neu zusammengefundenen Board wie auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Und für Sie, liebe Blogleser, frohe Festtage und kommen Sie gut ins neue Jahr 2014!

Deutschland auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft

Das Jahr geht seinem Ende entgegen und da ist es für mich ein festes Ritual, einmal die Ereignisse und Herausforderungen des aktuellen Jahres Revue passieren zu lassen.

Das gilt natürlich auch für meinen Blog. Und während ich mich so durch die diesjährigen Artikel und Themen klicke, sticht mir zum heutigen „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ ein Beitrag aus dem April ins Auge – mit dem Titel „Einstellung von Behinderten einfacher machen“. Darin habe ich gefordert, dass die Politik für eine bessere Abstimmung zwischen beteiligten Institutionen sorgen soll:  Integrationsämter, Arbeitsagenturen, Integrationsfachdienste, Hauptfürsorgestellen der Berufsbildungswerke und der Behindertenwerkstätten und natürlich Unternehmen. Wie sieht die Situation mehr als ein halbes Jahr später aus?

Ein Blick in den aktuellen Koalitionsvertragsentwurf von CDU, CSU und SPD zeigt: Die designierte Regierung will sich für ein modernes Teilhaberecht für Menschen mit Behinderung engagieren und die Entwicklung hin zu einem inklusiven Arbeitsmarkt vorantreiben. Dabei soll die Entwicklungsrichtung vom aktuellen „Fürsorgesystem“ und Eingliederungshilfe hin zur modernen Teilhabe gehen, die jedem Menschen ein selbstbestimmtes Dasein ermöglicht. Erst Ende Oktober wurde zudem eine gemeinsame Inklusionsinitiative (u.a. mit Beteiligung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Spitzenverbänden der Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit) veröffentlicht. Sie soll unter anderem auch für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Integrationsämtern und Arbeitgebern sorgen.

Ich denke, es tut sich aktuell Einiges rund um die Förderung von Inklusion auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Schlussendlich kommt es darauf an, den Unternehmen das ungenutzte Potential „schmackhaft“ zu machen – bei McDonald’s wollen wir dieses Potential gerne nutzen, müssen aber zunächst noch die optimalen Voraussetzungen hierfür schaffen.

In den letzten Jahren konnte die McDonald’s Family hier ordentliche Schritte vorweisen und auch in jüngster Vergangenheit, von Dezember 2012 bis zum Juni dieses Jahres, haben wir die Anzahl der Mitarbeiter mit Behinderung weiter erhöht. Und obwohl wir damit seit 2009 einen Zuwachs an Mitarbeitern mit Behinderung von fast 60 Prozent registrieren, ist das interne Etappenziel von 1.000 Mitarbeitern mit Behinderung im Jahr 2014 nach wie vor eine ehrgeizige Marke für uns.