Veränderung

Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt bringt es mit sich: quasi aus dem Nichts erreicht Sie ein verlockendes Jobangebot. Vielleicht haben Sie in dem Moment überhaupt gar kein Interesse, sich auf einen neuen Arbeitgeber, ein neues Arbeitsumfeld oder sogar eine neue Stadt einzulassen. Eben weil es so verlockend ist, Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die eigene Laufbahn zu erhalten, gehen Sie den Weg mit – in ein erstes Gespräch, ein weiteres. Und irgendwann steht die Frage ziemlich offensichtlich vor Ihnen: Gehen oder Bleiben? Spätestens jetzt müssen Sie für sich und Ihr Umfeld eine Bewertung vornehmen. Denn sonst sind Sie in der Endrunde nicht ausreichend vorbereitet, um das Beste nicht nur für sich selbst auszuhandeln, sondern auch Ihrem künftigen Arbeitgeber Ihr Bestes zu geben. Deshalb schreibe ich heute über dieses Thema, denn ich bin gerade dabei, tolle Kandidaten für eine Tätigkeit in unserem Unternehmen zu gewinnen. Und wenn Kandidaten zu Kollegen werden, sollten die natürlich hinter ihrer Entscheidung „für McDonald’s“ stehen. Mit Überreden kommt man da als Personaler nicht wirklich weiter, denn die Bewertung und Überzeugung muss bei den Kandidaten reifen.

Aus eigener Erfahrung darf ich Ihnen sagen, dass Vergütung bei der Bewertung niemals im Vordergrund stehen sollte. Denn eine solche Entscheidung zahlt sich in der Regel nicht aus. Bewertungsportale können Ihnen helfen, mehr über Ihren Arbeitgeber zu erfahren, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ausreichend viele und aussagekräftige Bewertungen vorliegen. Sie kennen das selbst – ist man völlig zufrieden oder komplett unzufrieden, bewertet man eher, als wenn man eine „so lala“ Erfahrung gemacht hat. Daher werden dort häufig eher die extremeren Wahrnehmungen Ihrer potenziell künftigen Kollegen zu finden sein.

Also wie bewertet man „den Spatz in der Hand“ im Vergleich zur „Taube auf dem Dach“?  Die wichtigste Frage ist eine einfache – will ich die Veränderung überhaupt? Wenn ja, genau jetzt? Reizt mich der neue Job in Kombination mit den Möglichkeiten? Was könnte sich aus diesen weiter ergeben; kann ich meinen „Marktwert“ mit diesem Schritt steigern? Wie ist die Unternehmenskultur, passt die zu mir und zu meinem Arbeitsstil? Was konnte ich dazu in meinen Gesprächen beobachten? Kann ich mir die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten vorstellen, stimmt die Chemie? Habe ich Lust, mich auf Lernen und Veränderung einzulassen? Trägt meine Familie die Entscheidung mit? Vor allem den Mehraufwand für den Start? Und ich, habe ich die Kraft, die Anfangszeit, oder neudeutsch, das Onboarding, selbst durchzustehen? Genauso zu bewerten ist der aktuelle Arbeitgeber, die Möglichkeiten, das Umfeld, auch der Wohlfühlfaktor. Denn eins ist klar – niemals können Sie einen neuen Arbeitgeber genau so umfassend im Vorfeld kennenlernen, wie Sie Ihren aktuellen kennen. Jeder mögliche Wechsel erfordert in erster Linie eine Portion Mut. Das gilt übrigens auch, wenn Sie sich in einem größeren Unternehmen von einer Einheit zu einer anderen verändern möchten, oder sogar den Funktionsbereich wechseln. Neben Mut ist vor allem die Lernbereitschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Gelingen einer Veränderung. Klingt banal, heißt aber viel. Sich auf das Neue einzulassen. Kritik und Feedback annehmen und umsetzen können. Eine Durststrecke aushalten können, wenn sich Erfolg nicht direkt einstellt. Hilfe annehmen und öfter mal einen neuen Weg ausprobieren.

Wenn Sie sich mit all dem befasst haben, bleibt nur noch ein ganz wichtiges Thema: Glauben Sie an sich und Ihre Fähigkeiten. Dann schaffen Sie es auch! Seien Sie mutig!

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Status – (m)eine Bewertung

Schon eine Weile trage ich mich mit dem Gedanken, über das Thema Status zu schreiben.
Genau genommen erinnert mich jeder Abflug daran, dass ich mal endlich besser im Meilen sammeln werden muss – oder es einfach sein lasse und geduldig bis zum Aufruf der letzten Boarding Gruppe warte. Um dann keinen Platz für mein (kleines) Handgepäck zu finden, weil die anderen, vorauseilenden Status-Inhaber schon längst mit ihrem (großen) Handgepäck alle Gepäckablagen belegt haben. Klar ärgere ich mich dann.
Aber sonst? Wo spielt heute der Status noch eine Rolle? Vielleicht ist das Wort schon so weit aus unserem Leben raus, dass sich ein Klick auf Wikipedia doch lohnt, bevor Sie weiterlesen.

Seit ich im April die neue Aufgabe übernommen habe, ist mir erst richtig bewusst geworden, dass ich in den Augen der anderen oder meines Gegenübers in eine Art anderen Zustand gekommen bin. Plötzlich ist es wichtig, wo ich sitze. Ob ich zuerst bedient werde. Oder ob andere meinen ‚Status‘ genügend würdigen.
Das kann sogar sehr aufdringlich werden, das Bemühen um mich. Obwohl das anders gemeint ist, kann man sich dadurch komplett bevormundet vorkommen.
Wo ich kann, versuche ich zu entkommen. Das Differenzierende gefällt mir nur bedingt. Es kann Nähe, oder sagen wir mal Nahbarkeit und Dialog im Kern ersticken. Auf der anderen Seite kommen Menschen auf mich zu, die mich bislang ignoriert haben. Aber nun unbedingt etwas loswerden, oft sogar verkaufen wollen. Ganz gleich, ob es im Büro passiert, in der virtuellen Welt oder bei Veranstaltungen. Losgelöst vom Business stellt sich die Frage nicht. Meine Nachbarn, meine Familie und meine (echten, langjährigen) Freunde behandeln mich wie immer.
Und: viele Vertreter der Gen Y!

Vielleicht, weil in dieser Generation das Werden, das Ausprobieren und das im Fluss bleiben einen anderen Stellenwert hat als ein Zustand oder eben Status. Das lässt mich hoffen, dass Status in Verbindung mit Machtgehabe eine aussterbende Verhaltensweise ist. Und sich Anerkennung an Einsatz, Leistung und Fähigkeit festmacht.

Deshalb ignoriere ich im beruflichen Alltag weiter den reservierten Platz in der ersten Reihe, wenn ich den nach meinem Empfinden nicht brauche. Grüße zuerst, räume meine gebrauchte Kaffeetasse selbst in die Spülmaschine. Und fahre meinen bisherigen Dienstwagen weiter. Brauche kein größeres Auto. Oder sagen wir’s mal auf die weibliche Art – benutze und kaufe weiterhin Handtaschen, die mir gefallen, egal ob all over das Logo einer Premiummarke gedruckt ist oder nicht.

women@work Gastbeitrag von Yvonne Prang, Senior Director People Team – Rewards & Mobility

Auf den Beitrag women@work wurde ich tatsächlich im Beruflichen wie Privaten oft angesprochen. Sehr oft übrigens von Männern, dazu bei Gelegenheit mehr.

Heute schreibt eine Kollegin einen Gastbeitrag über ihre „besondere“ Situation – besonders vor allem für Außenstehende. Aus unserer langjährigen Zusammenarbeit kann ich nur bestätigen, dass der Einklang von eigenen Ambitionen mit Beruf und Familie ganz natürlich wirken. Vor allem weil sie niemals auf die „Ich bin eine Vorzeige-Karrieremutter“-Karte setzt – sondern einfach einen richtig guten Job macht. Das Ergebnis – echte Anerkennung und Wertschätzung, bei Kolleginnen UND Kollegen.

Als Gabriele Fanta mich fragte, ob ich einen Gastbeitrag zum Thema women@work schreiben würde, war meine spontane Reaktion darauf: „Ja, grundsätzlich gerne, aber was kann ich dazu spannendes beitragen?“
Ich bin eine Frau, habe zwei Kinder, arbeite Vollzeit in einer internationalen Führungsfunktion. Ich habe einen Mann, der seine eigene Karriere verfolgt. Aber ganz ehrlich, was ist daran so besonders?

Vor etwa achteinhalb Jahren kam ich zu McDonald’s. Meine erste richtige Führungsfunktion. Vor sechs Jahren legte ich eine kurze Babypause ein, stieg direkt nach dem Mutterschutz zunächst in Teilzeit wieder ein, erweiterte nach vier Monaten wieder auf Vollzeit.

Meine Motivation? Ich wollte gerne meinen Job machen, und nicht irgendeinen. Ich wollte beides – eine gute Mutter und eine gute Führungskraft sein.

Wie ich das organisiert habe? Zunächst einmal habe ich einen ganz tollen, modernen Mann. Modern in dem Sinne, dass Familie eine gemeinsame Aufgabe ist, nicht nur die der Mutter. Selbst in einer Führungsfunktion ging er für die Zeit meines Wiedereinstiegs ebenfalls auf Teilzeit in Elternzeit. Weiterhin hatte ich ein sehr unterstützendes berufliches Umfeld. Chefs, die mir Freiräume einräumten; Kollegen, die zusätzliche Aufgaben übernahmen; ein Team, das die angebotenen Chancen zu mehr Verantwortung positiv genutzt hat. Ein großes Maß an Flexibilität, wann und wo ich meine Aufgaben erledige. Denn heutzutage ist es doch ziemlich gleichgültig, wo ich mich gerade befinde wenn ich eine e-mail beantworte oder an einer Präsentation arbeite.

Das war ein Lernprozess für alle Beteiligten, lief aber so gut dass wir dieses Erfolgsmodell vor zwei Jahren für meine Tochter neu aufgelegt haben, nach einem ähnlichen Prinzip. Auch hier stieg ich direkt nach dem Mutterschutz wieder ein und stockte nach vier Monaten auf Vollzeit auf.

Als sich nur einen Monat später die Chance ergab, mich in eine internationale Rolle zu entwickeln ergriff ich diese.  Mit dem nötigen Respekt: mehr Verantwortung, ein virtuelles Team,  mehr Reisetätigkeit. Bestärkt hat mich das Vertrauen, das mein Umfeld in mich hatte, und ein bisschen wollte ich es den Zweiflern beweisen, die den Schritt für zu früh hielten.

Ich will nicht behaupten, dass es immer einfach war und ist. Herausfordernde Momente gibt es immer wieder: Kind krank und ich habe einen wichtigen Abgabetermin. Mein Mann ist unterwegs und der eingeplante Babysitter sagt ab. Aber es lässt sich immer eine Lösung finden.

Was mich antreibt? Ich darf jeden Tag mein Bestes geben – eine gute Mutter und eine gute Führungskraft sein, und beides in mein manchmal etwas verrücktes Leben integrieren. Und am Ende des Tages ein bisschen dazu beitragen dass das traditionelle Rollenbild von women@work sich verändert, denn es geht beides – Kinder und Karriere – und man und frau dürfen auch durchaus beides wollen.

Yvonne Prang

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Yvonne Prang Senior Director People Team – Rewards & Mobility

Was geht?

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Neulich hatte ich an dieser Stelle schon mal darüber berichtet, wie Menschen auf McDonald‘s als Arbeitgeber reagieren. Das steht oftmals im krassen Gegensatz dazu, was unsere Mitarbeiter empfinden. So traute sich beispielsweise ein Kollege sogar öffentlich für seinen Arbeitgeber McDonald’s einzutreten https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=479415255586446&id=100005539278092.

Wir in Deutschland haben vor einigen Wochen über unser Mitarbeiterportal die Kolleginnen und Kollegen darum gebeten, uns zu zeigen „Was geht bei McDonald‘s?“. Binnen kürzester Zeit hatten wir über 600 Beiträge dazu. Und aus all diesen Posts haben wir dann die Gesichter und Protagonisten für unsere neue Arbeitgeber-Imagekampagne „WAS GEHT? ARBEITEN WIE DU BIST“ ausgewählt. Zusammen mit professionell fotografierten Mitarbeiterszenen stellen die Bilder den Kern unserer Kampagne dar. Denn wir meinen – bei uns geht so einiges:

Ausbildung geht!
Karriere geht!
Teilzeit geht!
Erfahrung geht!
Zusammen geht!
Arbeiten wie Du bist.

Jeder Mensch ist anders. Viele können und wollen nicht klassisch „nine to five“ arbeiten. Ob Teilzeit, Quereinstieg, Einstieg mit Behinderung, Neustart oder „Von-Null-Start“ – bei uns ist vieles möglich! Bei uns steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt.

Und heute geht auch unsere neue Karriereseite an den Start. Die sich an den Trends orientiert. Mit maximalen Dialogoptionen über Facebook. Mit minimalen Pflichtfeldern für die Bewerbung. Und mit einer authentischen Arbeitgeberwelt – denn viele der Protagonisten sind aus UNSEREM Unternehmen.

Stolz bin ich ganz besonders darauf, dass wir die Kampagne zusammen mit unserer neuen Karriereseite in Berlin gestern öffentlich vorstellen konnten. Und “was geht“ bei Ihnen diese Woche?

Vorurteile „women@work“

Gleich vorneweg – Verbandsarbeit ist alles andere als langweilig! Diese Woche standen in diesem Zusammenhang wiederum Premieren in meiner neuen Rolle für mich an. Die erste Präsidiumssitzung unseres Bundesverbands der Systemgastronomie, kurz BdS, seit ich das Amt als Präsidentin innehabe. Und am darauffolgenden Tag die jährliche Mitgliederversammlung. Die Arbeit des BdS habe ich schon in meiner alten Rolle, als HR Director bei McDonald’s, eng begleitet. Ein Verband kann – wenn die Mitglieder geschlossen zusammen stehen – doch wesentlich mehr bewirken als ein einziges Unternehmen allein. Dennoch ist es eine Herausforderung, die Zusammenarbeit auf eine solide Grundlage zu stellen, gerade wenn man sich im Markt als Wettbewerber gegenüber steht. Meinem Vorgänger ist das ganz gut gelungen. Sowohl die eigene Marke bestmöglich zu repräsentieren, als auch die Verbandssicht für die Branche immer im Blick zu behalten. Gerade die Arbeit eines Verbandes beruht sehr stark auf Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und dem Ansehen. Nicht nur bei politischen Institutionen und der Gewerkschaft, sondern auch in der Öffentlichkeit. Die Rückmeldungen „unserer“ Mitgliedsunternehmen waren übrigens sehr positiv. Denn bei diesem Anlass werfen wir gemeinsam einen Blick auf die Herausforderungen unserer Branche und für anderthalb Tage wird nicht spürbar, dass wir auf dem Markt im harten Wettbewerb stehen. Zusammenhalt macht uns ins dieser Beziehung gegenüber all unseren Anspruchsgruppen stärker. Nach diesem Start kann es gerne so weiter gehen.

Bds-

Neue BdS-Geschäftsräume: v.l.n.r. Andrea Belegante, Valerie Holsboer. Marcus Lettschulte und Gabriele Fanta

Und wie bekomme ich dieses Ehrenamt nebenbei hin? Glücklicherweise unterstützt hierbei die BdS-Geschäftsstelle perfekt. Mit einem Netzwerk, Hintergrundinformationen oder auch mal als moderierende Einheit. Deshalb ist es schade, dass ich zu Beginn in diesem Amt vielen Unkenrufen trotzen musste. Anknüpfend an „women@work“ hier die Besonderheit zu „unserem“ Verband – sowohl die Geschäftsführung als auch das Präsidentenamt ist aktuell rein weiblich besetzt. So viele Frauen auf einmal, ob das was werden kann, außer ein Zickenkrieg? Fakt ist, dass wir die Phase des Übergangs gemeinsam gemeistert haben, durch genau die Prinzipien, die für die Zusammenarbeit auch sonst von Bedeutung sind. Vielleicht klappt Offenheit „unter Frauen“ sogar manchmal besser, weil eben kein Revier zu verteidigen ist, sondern nur gemeinsam Terrain gut gemacht werden kann. Freue mich drauf und grüße sehr herzlich Valerie Holsboer, Hauptgeschäftsführerin, und Andrea Belegante, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin.

women@work

Eigentlich wollte ich mich gar nicht explizit um dieses Thema bemühen. Irgendwie geht’s aber auch nicht ohne, denn ich werde damit im Beruf wie auch im Privaten ständig konfrontiert. Mensch bei der Arbeit ist ein unerschöpfliches Themenreservoir, und mir scheint, als ob die arbeitende Frau nochmals mehr an Fragen aufwirft. Zurück zu mir. Ich arbeite. Bin Führungskraft. Und Frau. Was ist daran so außergewöhnlich? Warum werden fast alle Fragen mit letzterem Fakt eingeleitet „Für Sie als Frau…“? Ich selbst fühle in meinem Alltag eigentlich nur ganz selten diese Abgrenzung. Vielleicht, weil ich in Branchen tätig war, in denen sich traditionell mehr männliche Kollegen tummeln. Jetzt ist es zum ersten Mal anders. Dennoch werde ich permanent zum Frau sein in meiner Funktion angesprochen. Oftmals durch Frauen, die sich mehr und tiefer mit ihrer Berufstätigkeit auseinander setzen dürfen – oder müssen. Für Sie, liebe Leserinnen, sozusagen auf Besucherwunsch, starten wir den Dialog zu women@work. Ihre Anregungen, Wünsche und Erfahrungen sind willkommen. Übrigens ebenso, wenn Sie zu ‚men@work‘ gehören. Bis bald!

Gabriele Fanta • 22.04.2016•

Mach Deinen Weg!

Neulich ist es mir schon wieder passiert – meine Kollegen und Mitarbeiter wissen wovon ich spreche – im Rahmen einer Konferenz unterhalte ich mich ganz ungezwungen mit einer Personalerin eines anderen Unternehmens, meine Jacke samt Namensschild hängt noch am Stuhl, damit sind Status wie (unternehmensseitige) Herkunft für meine Gesprächspartnerin also unbekannt. Schlagartig ändert sich das, als die Kollegin ungläubig in der Kaffeepause mein Namensschild ins Visier nimmt. „Wie, SIE arbeiten bei McDonald’s?“ Die Frage hat mich dann doch ein wenig verwundert. Was ist daran schlimm, beim Marktführer der Systemgastronomie zu arbeiten? Ich bin stolz darauf, Mitglied der McFamily zu sein. Wir sind Chancengeber für viele, die zum ersten Mal überhaupt ein Arbeitsverhältnis eingehen und denen auf dem klassischen Arbeitsmarkt nicht immer der rote Teppich ausgerollt wird.

Was viele nicht wissen – wir schauen dort genauer hin, wo andere aufgrund fehlender formaler Kriterien Bewerber ausschließen. Abschluss? Zeugnis? Lebenslauf? Schön, wenn vorhanden, es geht aber auch ohne!

Wir können zu Recht behaupten, dass für uns nicht immer die besten Noten oder die Beschäftigung bei namhaften Arbeitgebern zählen. Egal für welche Position: wir suchen Menschen, die eine „Hands on“ Einstellung haben und gerne im Team arbeiten. Die Chancen, die wir losgelöst von formaler Einstiegsqualifikation anbieten, sind vielfältig und werden gern in Anspruch genommen. Nachweisbar rekrutieren wir mehr als 1/3 unserer Restaurant Manager aus der Crew. Der größte Teil unserer Auszubildenden und Dualen Studenten besteht ebenfalls aus ehemaligen Crew Mitarbeitern, die sich dazu entschlossen haben, ihre Ausbildung bei uns zu machen und ihren beruflichen Weg mit uns zu gehen. Einige gehen über das Restaurant Management ins Mid Management, werden dort Franchise-Berater, IT-ler, Personaler oder auch Controller – manche schaffen es sogar in die Chefetage, wie aktuell 3 von 6 Mitglieder unserer Geschäftsleitung.

Zugegeben, das ist einer der Faktoren, die mich damals vor meiner Wechselentscheidung zu McDonald’s total angesprochen haben. Dass es eben nicht so sehr auf formale Qualifikationen, Zeugnisse, Nachweise oder den lückenlosen Lebenslauf ankommt, sondern auf Leistungsbereitschaft, Engagement, Teamfähigkeit – und im Restaurant natürlich auf die Serviceorientierung, die Freude an der Arbeit für den Gast. Wir sehen uns in der Verantwortung als Chancengeber die Integration aktiv zu fördern. Denn ganz gleich, woher ein neuer Kollege kommt, welche Sprache er spricht oder wie alt er ist – bei uns kommt es sehr darauf an, was er oder sie daraus macht! Unsere Mitarbeiter kommen aus 125 Nationen – Vielfalt oder neudeutsch „Diversity“ ist für mich ein Wert, der uns bereichert. Denn wir können in unseren Restaurants genau die Vielfalt abbilden, die auch in der Gesellschaft vorhanden ist. Und es erfüllt mich mit Stolz, dass wir uns von bürokratischen Hürden nicht abschrecken lassen und Flüchtlingen eine Job-Perspektive bieten.

In jedem Fall schauen wir nicht so auf Schulnoten oder bemängeln verschüttgegangene Dokumente. Wir schauen uns den Menschen an, der vor uns steht, fühlen im Gespräch vor, ob Einsatzbereitschaft und Disziplin für den Einstieg bei uns vorhanden sind und das Potenzial für eine Laufbahn in der Gastronomie. Wenn die Antworten JA! lauten, dann laden wir die Bewerber ein, mit uns ihren Weg zu gehen. Probieren Sie es aus –lassen Sie sich von ungeraden Lebensläufen oder verpatzten Abschlüssen nicht beeinflussen und lernen Sie die Person dahinter kennen. Es lohnt sich!

Alles Gute und bis bald!

 

http://blog.aus-und-weiterbildung.eu/blogparade-koennen/

Gabriele Fanta • 20.04.2016•

„Neu im Job“

Neulich ist mir bewusst geworden, dass ich für Berufseinsteiger direkt zu den Dinosauriern im Unternehmen gehöre, und das bei gerade mal 3 Jahren Betriebszugehörigkeit in diesem Unternehmen. Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten Arbeitstag bei McDonald’s, wie eigentlich an jeden jeweils ersten Tag der vorhergehenden Stationen. Der allererste Tag beim ersten „richtigen“ Arbeitgeber ist bestimmt der besonderste – und wie sich der bei McDonald’s anfühlt, beschreibt heute Robert Hoenerbach. Er arbeitet seit kurzem im Bereich Corporate Affairs und kümmert sich dort vor allem um unsere Social Media Themen. Und bei Ihnen… ich bin sicher, dass Sie sich auch so manchen Tag 1 in Erinnerung rufen!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Einstieg in das Berufsleben: ein Schritt, den wohl jeder mal erlebt und mancher noch vor sich hat. Unumgänglich, prägend, aufregend. Über meinen persönlichen, der nun etwas mehr als anderthalb Monate zurückliegt, darf ich hier schreiben.

Am 1. März hatte ich meinen ersten Arbeitstag in der Abteilung Corporate Affairs (Unternehmenskommunikation) bei McDonald’s Deutschland. Die ersten Gedanken am Arbeitstag Nummer eins scheinen zunächst recht trivial zu sein: Was ziehe ich an, wann gehe ich das erste Mal (als bekennender Raucher) an die frische Luft, darf ich mir immer weiter Kaffee holen oder wirke ich dann gleich wie ein Junkie, der jede Gelegenheit nutzt, sich vom Schreibtisch abzuwenden? Zu Unrecht glaubt man nämlich, dass jeder Schritt, jede Bewegung von den neuen Kollegen genauestens und mit Argusaugen beobachtet wird. Die neuen Kollegen; sicherlich der Faktor, der am meisten für Spannung und Aufgeregtsein sorgt.

Die erste BegegnuRobert Hoenerbachng war knapp, aber sehr herzlich. Am ersten Morgen wurde ich nämlich gleich ins Abteilungsmeeting geworfen. Erster Gedanke beim Blick in die Runde: Mein Outfit müsste funktionieren, passt hier zu den anderen. Dann wurde ich kurz vorgestellt und stellte mich selbst vor. Nach wenigen Minuten ging es zurück zum Tagesgeschäft. Während mir bis dahin für mich unbekannte Business-Vokabeln (Germanistik-Student) wie „Plan to win“, „Be Our Guest Card (BOG)“ und „Franchise Leadership Council (FLC)“ um die Ohren flogen, blickte ich von Kollege zu Kollege und zwischendurch immer mal wieder an die Wand. „Was das alles heißt, lernst du noch“, sagte meine Tischnachbarin lächelnd zu mir.

Nach wenigen Stunden fühlte ich mich im neuen Team sehr wohl. Mir wurde sehr herzlich, offen und interessiert begegnet, sodass es mir nach kurzer Zeit leicht fiel, Fragen zu stellen und auch nach Arbeit zu bitten – ohne aufdringlich zu wirken. Und Fragen hat man unendlich viele, wenn man das erste Mal die Möglichkeit hat, tiefe Einblicke in ein riesiges und komplexes Unternehmen zu werfen.

Schließlich, wenn man nach einigen Wochen glaubt, das Meiste verstanden zu haben und weiß, was man in Zukunft konkret zu tun hat, ist es an der Zeit seinen Platz innerhalb der Abteilung und im Gesamtkonstrukt des Unternehmens zu finden. Neu für mich ist es, richtige Verantwortung zu übernehmen und mich für meine Projekte, Ideen und Konzepte einzusetzen – auch wenn ich „der Neue“ bin. Ein gewisses Maß an Empathie kann an dieser Stelle hilfreich sein, genauso wie ein gesundes Selbstbewusstsein, gefördert durch das positive Klima am direkten Arbeitsplatz.

Der Einstieg in das Berufsleben: Er ist unbestreitbar enorm aufregend, spannend und lässt einen eine gewisse Unsicherheit spüren, die man von sich sonst vielleicht nicht kennt. Aber das Schöne – um einmal pragmatisch zu sprechen – ist ja, dass es keinen Weg gibt, ihn zu umgehen. Die Gewissheit, dass ihn jeder erlebt, dass die Menschen, die einen am Arbeitsplatz aufnehmen, genauso gespannt auf „den Neuen“ sind und die Tatsache, dass man ja auch aus gutem Grund einsteigen darf, können durchaus beruhigende Wirkung haben. Ich jedenfalls kann sagen – ohne zu übertreiben – dass ich nach spätestens 15 Minuten Spaß am Berufsleben hatte. Mal schauen, wie lange der anhält.

Herzlichen Dank!

Robert Hoenerbach

Gabriele Fanta • 06.04.2016•

Raus aus der Komfortzone

Ende dieser Woche steht für mich ein Reise zur weltweit größten Konferenz unseres Unternehmens an. Die sogenannte Worldwide Convention ist eine Veranstaltung der Superlative, die direkt zeigt, wie groß, vielfältig und einfach überwältigend riesig die Welt eines Unternehmens mit über 1,9 Millonen Mitarbeitern ist. Natürlich findet die Convention im Heimatland der Burger statt, den USA. Und jetzt bin ich schon beim Thema – raus aus der Komfortzone.

Zunächst rein in den Flieger und vor Ort durch die Immigration. Und dann geht’s direkt mit dem Programm los. Schließlich geht es für die Teilnehmer nicht nur darum, möglichst viel mitzunehmen. Sondern auch darum, zum Erfolg dieser Veranstaltung beizutragen. Konkret gibt’s für mich jeden Tag eine andere Plattform, auf der ich mich beweisen muss. Einen Vortrag auf Englisch in der Haupthalle am Stand der Personalabteilung halten. Einen weiteren beim internationalen HR-Meeting. Dazu diverse Meetings mit Kolleginnen und Kollegen aus nahezu allen Ländern der Welt. Nicht in meiner Muttersprache, sondern ganz klar auf Englisch. Obwohl ich vor über zehn Jahren eine Weile in den Staaten gearbeitet habe, kostet mich das Überwindung. Weniger das Sprechen vor Publikum, sondern vielmehr die Fragen und Antworten. Die Suche nach dem richtigen Begriff, den man auf Deutsch gerade auf der Zunge hatte, der sich nun im Dialog aber im Kopf nicht ins Englische übersetzen lässt. Der Verlust der Wortgewandtheit. Oder ganz einfach das Überangebot an Eindrücken, Begegnungen und Informationen, das natürlich verarbeitet werden soll.

Meine eigenen Grenzen spüre ich in diesen Tagen deutlich. Auf der anderen Seite ist nichts schöner, als sich selbst beim Überwinden dieser Grenzen zu beobachten. Ganz klar – raus aus der Komfortzone ist zunächst unbequem. Das Zurückkommen ist allerdings richtig Klasse!

Eine schöne Woche & bis bald

NEU und ANDERS

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor ein paar Tagen hat sich mein bisheriger Chef und Vorgänger auf dieser Plattform von Ihnen verabschiedet. Mit dem Employerbranding-Blog.de hat Wolfgang Goebel im Jahr 2011 einen neuen Weg beschritten, aus seinem Arbeitsalltag wie seinem persönlichen Erleben von Trends und Entwicklungen im Bereich Human Resources, oder wie wir den nennen, People zu berichten.

Diese gute Tradition möchte ich fortsetzen, schließlich durfte ich zu Beginn meines Wegs bei McDonald’s Deutschland schon mal als Gast einen Beitrag über das Neu- und Anderssein veröffentlichen. Tja, beide Stichworte passen heute ganz gut: vor ein paar Tagen bin ich NEU in die Position meines Vorgängers gekommen. Und ANDERS wird es jetzt für viele Kolleginnen und Kollegen und natürlich auch unsere Franchise-Partner, die mit Wolfgang Goebel eine erhebliche Wegstrecke zurückgelegt haben. Wenn jemand über 30 Jahre im Unternehmen ist, dann kennt man sich. Wenn man knapp drei Jahre an Bord ist, bleibt man für viele neu und damit eine Unbekannte. Wie ist die überhaupt so? Was wird sie ändern?

Ganz klar hab‘ ich großen Respekt vor den Fußstapfen. Und dem Erbe. Auf der anderen Seite weiß ich selbst, dass ich nur dann erfolgreich sein werde, wenn ich es „anders“ mache. Auf meine eigenen Art, authentisch also, passend zu meinen Überzeugungen, meinem Führungsstil und so weiter. Und damit andere nachvollziehen können, was so alles anders ist, werde ich häufiger erklären, warum ich was auf welche Art und Weise selbst tue oder erwarte. Nachvollziehbar und klar für die eigenen Teams sein, ist eine wesentliche Säule für den Erfolg einer Führungskraft. Denn nur so gelingt es, Kolleginnen und Kollegen wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzuholen und auf den Weg zu einem Ziel mitzunehmen.

In unserer People Strategie haben wir für jedes Strategiefeld einen Anspruch formuliert. Der für Führung lautet:

„Wir unterstützen all unsere Manager dabei, Vorbilder für ihre Mitarbeiter zu werden. Damit wir unsere Führungskultur stärken und Teams erfolgreich machen.“

Das zumindest bleibt bei allem, was neu und auch anders ist, eine gemeinsame Haltung zu einem großen Anspruch, als Führungskraft Vorbild zu sein.

Für den Start in den er-„neuen“ Dialog wünsche ich mir Ihre Gedanken zu diesem Thema.

Herzlichen Dank und bis bald!