Der Azubi-Rap: manchmal fällt es schwer mutig zu sein.

Alexis, Philipp und Luca haben einiges gemeinsam. Die drei jungen Männer sind Freunde, sie sind Azubis bei McDonald’s und sie sind es gern. Sie lieben ihren Job. Und da gibt es noch etwas, dass sie verbindet: die Liebe zur Musik, und daraus ist etwas Tolles entstanden, der „Azubi-Rap“.

Doch der Reihe nach: Zur Begrüßung unserer neuen Azubis findet jedes Jahr eine große Einführungsveranstaltung statt, bei der die bestehenden Azubis die Gelegenheit haben, den neuen Azubis die Ausbildung bei McDonald’s näher zu bringen. Daraufhin hatten die drei Azubis aus Nürnberg eine besondere Idee. Man könnte doch einen Song über ihre Tätigkeit bei McDonald’s schreiben, cool, lässig und vor allen Dingen, anders. Alle drei waren sofort begeistert. Sie fingen an zu texten, was das Zeug hielt. Änderten, verbesserten, und heraus kam dann schließlich ein Rap der außergewöhnlich ist. Außergewöhnlich in Melodie und Text, gemacht mit viel Leidenschaft und Authentizität.

Ich hörte das Lied Ende letzten Jahres zum ersten Mal, und der Rap zog mich sofort in seinen Bann. Die Tätigkeit von unseren Azubis wird darin so passgenau und treffsicher beschrieben, dass man direkt das Bedürfnis verspürt, den Song mit der ganzen Welt zu teilen. Bei einem persönlichen Treffen mit den drei „Rappern“ habe ich gespürt, die meinen was sie singen.

Mein Team und ich trafen die Entscheidung, unseren Azubis, die den Song ursprünglich nur mit einem iPhone aufgenommen haben, die Möglichkeit zu geben, alles im Tonstudio nochmal professionell aufzunehmen und ein Musikvideo zu drehen. Inhaltlich haben wir uns weitestgehend rausgehalten, wir wollten nicht, dass die Authentizität verloren geht. Alexis, Philipp und Luca hatten seitdem mehrfach die Gelegenheit ihren „Azubi-Rap“ live auf internen Veranstaltungen zu performen, mit Riesenerfolg und viel Gänsehaut übrigens.

Oft höre ich, das Ding hat Potenzial zur Hymne. Soweit so gut, jetzt stellt sich natürlich die Frage wie geht es weiter mit dem Rap? Sollen wir das Video auf unsere Facebook Karriereseite, auf Youtube und auf die sonst gängigen Social Media Plattformen online stellen? Hier teilt sich mein Team in zwei Lager: Die Mutigen würden es am liebsten sofort und überall live stellen und teilen. Auch unsere drei Azubis fänden das cool.

Es gibt aber auch die „Warner“, die einen Shitstorm für möglich halten und für die die Unversehrtheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität hat. Azubi- und Unternehmenssongs sind ja in der Vergangenheit nicht unbedingt auf positive Resonanz gestoßen.

Wir haben uns entschieden, das Video mit dem Artikel erstmal auf meinen Blog zu stellen und weiterhin für interne Veranstaltungen zu verwenden.

Und wir würden gerne Ihre Meinung dazu erfragen: also mutig sein und Risiken eingehen? Oder sind Unternehmenssongs schon zu verbrannt und wir sollten das Video weiterhin vorrangig intern nutzen?

Ich freue mich über Ihr Feedback!

Zum Video

Kommentare

  1. Hallo Herr Goebel,

    erstmal Gratulation zu Ihren Blog-Aktivitäten! Ich wünschte mehr Top-Manager würden diese Möglichkeiten der Kommunikation nutzen – das ist aus meiner Sicht für die Arbeitgebermarke mindestens so wichtig wie sämtliche Raps dieser Welt. 😉

    Ich muss gestehen, ich bin vom Fach und daher vorbelastet, aber ich würde – alleine schon um die jungen Kollegen zu schützen – das Video nicht allzu zentral der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Das Thema ist vorbelastet, denken Sie nur an die an die Shitstorms, die andere schon erdulden mussten – für die Protagonisten sicher keine schöne Erfahrung. Natürlich denkt jeder „mein Rap ist besser“ – aber entscheiden werden dass die Zuschauer (und die haben Dank Bohlen & Co. die Tendenz gnadenlos zu sein).

    Erschwerend kommt hinzu, dass es mittlerweile maximal zu einem „me-too“-Effekt kommt. OK, jetzt hat halt auch McDonalds sein Azubi-Rap – Jahre nach BMW, Edeka, Sparda und wie sie alle heissen. Abgesehen davon sehe ich keinen grossen Mehrwert in Bezug auf die Arbeitgebermarke. Da leisten einige der Videos in Ihrem YouTube-Kanal bessere Dienste. Prinzipiell finde ich die Idee die Azubis ein Video machen zu lassen, grossartig, denn wer könnte Ihr Unternehmen authentischer zeigen? Toll wenn Sie den Raum gewähren, aber Rap oder die 200ste Pharrell-Williams-Happy-Kopie muss nicht mehr sein.

    Um Missverständnisse auszuschliessen: Ich will hier nicht die Leistung der Jungs schmälern, ich glaube sie haben Rap-technisch einen tollen Job gemacht, aber ich würde mich für die interne Verwendung entscheiden.

    Aber das ist selbstverständlich nur meine Meinung – kann man auch ganz anders sehen.

    Weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

    Beste Grüsse

    Marcus Fsicher

    • Hallo Herr Fischer,

      vielen Dank für Ihre Einschätzung und die Komplimente zum Video. Ihre Argumente kann ich sehr gut nachvollziehen, sie entsprechen exakt dem, was die warnenden Stimmen aus unserem Hause anführen.
      Viele Grüße

      Wolfgang Goebel

  2. Hallo Herr Goebel,

    als ich das Video damals das erste Mal gesehen habe, dachte ich mir: Wow, wie geil ist das denn? Endlich mal ein Azubi-Rap-Video, was wirklich überzeugt und gut gemacht ist. Richtig gut gemacht. Sinnvoller Text passend zum jeweiligen Bildinhalt, sehr überzeugend agierende Protagonisten (authentisch noch dazu!), eingängie Melodie. Wirklich klasse gemacht und ich wäre sofort Feuer und Flamme gewesen, drüber zu schreiben. Aber ich kann die Warner sehr gut verstehen. Denn leider gibt es ein paar Punkte, die m. E. gegen eine breite Veröffentlichung sprachen:

    – Azubi-Rap generell: gerne immer wieder Kandidat für die Goldene Runkelrübe (die Preisträger in der Vergangenheit haben die Auszeichnung zu Recht erhalten)
    – Das Unternehmen Mc Donalds ist für viele ein rotes Tuch und geht aufgrund verschiedener Aspekte immer mal wieder durch die Medien. Auch die Themen Entlohnung und Arbeitsbedingungen spielten hier eine große Rolle. Das Video könnte somit ein willkommenes Ventil für diejenigen sein, die McD einfach aus Prinzip eins „überbraten wollen“.
    – Fürsorgepflicht des Arbeitgebers: Vor diesem Hintergrund ist es m. E. gut und richtig, auf eine breite Veröffentlichung zu verzichten. Denn Sie als Arbeitgeber tragen eine Fürsorgepflicht für Ihre Mitarbeiter. Die Beispiele Spardabank Südwest oder auch Deutsche Bahn haben gezeigt, welche Ausmaße solch eine Häme annehmen kann. Ob man es seinen Schutzbefohlenen also wirklich antun will, sich einem solchen Shitstorm auszusetzen?

    Natürlich ist das Video keinesfalls mit den o. g. Beispielen vergleichbar, es ist wirklich richtig gut gemacht. Ob das aber so differenziert betrachtet würde, wage ich zu bezweifeln. Insofern finde ich es ausreichend und super, wenn der Song nach wie vor auf internen Veranstaltungen läuft und dort – zu Recht – abgefeiert wird. So wird das Ansehen der jungen Kollegen auch nicht „beschmutzt“ und die drei können intern als Markenbotschafter weiter ausgebaut werden.

    Mir schwebt schon seit Längerem ein Artikel „Dürfen Mitarbeiter eigentlich rappen“ im Kopf vor – wären Sie dabei und würden mir ein paar Statements dazu abgeben?

    Vielen Dank und beste Grüße nach München,
    Henner Knabenreich

    • Hallo Herr Knabenreich,

      es freut mich sehr, dass unser Video auch bei Ihnen beim ersten Ansehen Begeisterung ausgelöst hat. Und auch Ihren Rat, das Video nur intern zu nutzen werden wir in unsere Entscheidung einfließen lassen. Natürlich stehe ich für Ihren Artikel zum Thema „Dürfen Mitarbeiter eigentlich rappen?“ gerne zur Verfügung.
      Viele Grüße

      Wolfgang Goebel

  3. Hallo Herr Goebel,

    ich kann mich auch nur der Meinung der „Vorredner“ anschließen.

    Es trifft zwar den Puls der jungen Mitarbeiter in den Stores, aber externe Gäste finden es nicht so
    cool zu hören „Wir sind besser als der Rest…. “ da ist auch meiner Meinung nach
    ein Shitstorm vor programmiert, aber intern auf Veranstaltungen Daumen hoch

    Beste Grüße

    Driffold Cosgood

    • Hallo Herr Cosgood,

      vielen Dank für Ihre ehrliche Meinung.
      Grüße
      Wolgang Goebel

  4. Hallo Herr Goebel,

    auch wir haben uns das Video mal angesehen. Nicht nur einmal, sondern mehrmals. Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit dem Thema Ausbildungsmarketing und Recruiting. Unsere Agentur (www.agentur-jungesherz.de) ist auf diese Themen spezialisiert.

    Unser Vorteil: Wir selbst sind zwar nicht mehr so ganz aus der Zielgruppe, die Jugendlichen mit denen wir arbeiten jedoch schon. Sie möchten ja sicherlich eine ehrliche Meinung: Ich würde das Video wieder löschen bzw. nicht weiter verbreiten.

    Verstehen Sie das nicht falsch: Mit Sicherheit haben sich die Jungs da richtig Mühe gegeben und auch die Umsetzung wirkt sehr hochwertig. Der Inhalt nun mal leider nicht. Rap und HipHop bringen laut öffentlicher Meinung leider (und ungerechtfertigt) das Unternehmen mit einer Zielgruppe in Verbindung, mit dem das Unternehmen nun mal ungern in Verbindung gebracht werden möchte. Ob das nun stimmt oder nicht sei dahingestellt und auch wir haben da eine andere Meinung. Die allgemeine öffentliche Wahrnehmung ist da leider sehr festgelegt.

    Das wäre ja alles noch zu verkraften und man könnte mit einer gewissen Coolness darüber hinwegsehen. Das Problem an dem Video ist jedoch einfach, dass es aus Ihrer internen Sicht richtig gut und wertig wirkt. Als externer Beobachter ist das aber ganz anders. Unsere Jugendlichen haben danach gesagt, dass sie McDonalds dadurch eher im Status abwerten und peinlich finden. Natürlich ist das keine allgemeingültige Meinung.

    Unser Tipp: Solche Videos zu produzieren ist mutig und verlangt uns auch großen Respekt ab. Nicht, weil das Video das Recruiting von McDonalds enorm nach vorne bringt. Viel mehr, weil Sie als Personaler ihren Azubis eine richtig tolle Chance gegeben haben und man merkt, dass Ihnen die jungen Menschen einfach am Herz liegen. Sie können uns glauben, wenn wir Ihnen sagen, dass das leider nicht mehr Alltag ist. Jedoch empfehlen wir sehr stark, dass dieses Video eher intern genutzt wird. Als „Opener“ für Azubi-Events, als Start von internen Veranstaltungen, bei Mitarbeiterschulungen in dem Bereich oder bei Mitarbeiterversammlungen. Der mögliche Negativ-Effekt bei weiterer Verbreitung wäre einfach zu groß.

    Viele Grüße und machen Sie bitte weiter so!

    • Hallo Agentur Junges Herz,

      vielen Dank für Ihre ausführliche, fachliche Einschätzung des Raps. Langsam häufen sich die Meinungen, die eine weitere Veröffentlichung des Videos eher kritisch sehen. Trotzdem freue ich mich über all die positiven Stimmen, die das Video (wenn es denn intern verwendet wird) eben auch bekommt.

      Herzliche Grüße

      Wolfgang Goebel

  5. Hey,
    Gibt es die Möglichkeitden kompletten Song zu hören? Ich Finds ne gute Idee :) Wenn nicht, kann man den nicht auf ourlounge zur Verfügung stellen? Ich würde den gerne mal hören :)

    • Hallo Jonathan Carl,

      natürlich können Sie den ganzen Song auf unserem Mitarbeiterportal ourlounge hören. Sie finden ihn unter MyJob/Ausbildung und Studium/Aktuelles.
      Viel Vergnügen beim Sehen und Hören

      Wolfgang Goebel

  6. Hallo Herr Goebel,

    verzeihen Sie die vielleicht blöde Frage, aber können sich junge Menschen bei McDonald’s schon im Restaurant über eine Ausbildung informieren? Gibt es Info-Material zum mitnehmen? Oder den Hinweis auf eine Internseite? Gibt es ggf. sogar eine extra Azubi-App mit Infos?

    Mich würde einfach interessieren, was McDonald’s grundsätzlich macht, um junge Menschen für eine Ausbildung im Unternehmen zu begeistern. Der gelungene Rap ist bestimmt ein kleiner Baustein, aber da gibt es doch sicher noch viel mehr, oder?

    Viele Grüße aus Düsseldorf
    Florian Schrupp

    • Hallo Herr Schrupp,

      in den meisten unserer Restaurants gibt es Infomaterial in Form von Broschüren. Aber werfen Sie doch einen Blick auf http://www.mcdonalds.de/karriere oder http://www.mcdonalds-ausbildung.de.
      Dort sind umfassende Informationen vorhanden, denn wie wir durch unsere Ausbildungsstudie wissen, sind die jungen Menschen vor allem online unterwegs, wenn sie Infos suchen.
      Viele Grüße

      Wolfgang Goebel

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