Wie sieht es eigentlich mit der Feedbackkultur in Ihrem Unternehmen aus?

Gerade lege ich den Hörer auf, ich habe mit unserer neuen HR Direktorin telefoniert, die am 01.Juni.2013 bei uns beginnen wird. Wir haben einen sehr intensiven Rekrutierungsprozess hinter uns, in dem sie schon einiges vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern kennen lernen konnte.

Ich habe mir Ende des vergangenen Jahres vorgenommen, mehr für mein Team und mit meinem Team zu arbeiten. Dazu gehört eben auch neue Mitglieder von Anfang an intensiv zu betreuen, deshalb auch das oben beschriebene Telefongespräch. Eine der Fragen der neuen Kollegin war wie denn unsere Feedbackkultur so sei?

Ich gebe gerne zu, eine schnelle Antwort darauf hatte ich nicht. Ich war ehrlich und habe ihr gesagt, dass ich jetzt leicht behaupten könnte „super“ oder „unsere Meinungsumfragen liefern gute Ergebnisse“, was übrigens in der Tat der Fall ist – also alles prima!!??

Aber ist das wirklich so und überall? Was gilt für unsere Restaurants, was im Austausch mit unseren Franchise-Nehmern, was in unseren Büros?

Während ich diesen Artikel schreibe, fallen mir sofort zwei Dinge ein zum Thema Feedbackkultur, oder besser noch zwei Fragen:

1.    Sorgen wir in der Geschäftsleitung von McDonald’s Deutschland im Umgang miteinander und im Umgang mit unseren Franchise-Nehmern und Mitarbeitern für Offenheit in den Gesprächen und damit für eine gute Feedbackkultur?

2.    Stellen eigentlich die Halbjahres- und die Jahresendgespräche, die jeder Vorgesetzte mit seinen Mitarbeiten durchführt, und durchführen muss, sicher, dass wir automatisch eine gelungene Feedbackkultur haben? Oder wird das mehr als ein Übel wahrgenommen, das einen vom ach so wichtigen Tagesgeschäft abhält?

Zu 1)

Gerade in jüngster Zeit und auch nach dem einen oder anderen Wechsel haben wir gemeinsam auf Vorstandsebene festgestellt, wie wichtig Offenheit, Ehrlichkeit aber auch Kritikfähigkeit untereinander ist. Wenn wir nicht vorleben, was eine positive Feedbackkultur sein kann und das nicht jeden Tag auch unter Beweis stellen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn das Thema im gesamten Unternehmen keinen Widerhall findet und verpufft.
Wir in der Geschäftsleitung müssen gerade  im Bereich Kommunikation ganz besonders Vorbild sein. Keiner würde uns abnehmen, wenn wir Sonntagsreden zum Thema offener Umgang miteinander und Toleranz halten und dann selbst nicht dazu stehen.

Ich glaube, dass wir hier Fortschritte in Richtung Glaubwürdigkeit gemacht haben, besser werden können wir noch allemal.

Zu 2)

Der Nutzen von Beurteilungsgesprächen zu bestimmten Terminen ist ja generell sehr umstritten. Leider gibt es doch den ein oder anderen Vorgesetzten, der sich nur zu diesen Terminen veranlasst sieht, sich mehr mit seinen Mitarbeitern auseinanderzusetzen. Deswegen sage ich aus Personalersicht, die Beurteilungsgespräche sind gut so. In einer idealen Welt bräuchte man eigentlich überhaupt keine Beurteilungsinstrumente, weil Vorgesetzter und Mitarbeiter regelmäßig miteinander in Kontakt sind und so beide wissen wo sie stehen.

Hier möchte ich noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass meiner Meinung nach Feedbackkultur natürlich keine Einbahnstraße vom Boss zum Mitarbeiter hin sein darf, sondern auf Gegenseitigkeit beruhen sollte.

Abschließend denke ich,, regelmäßig festgelegte Gesprächstermine wie „Midyear“ und „Endyear“ sind gut, mittelfristig und langfristig würde ich aber gerne davon wegkommen. So lange es diese festgelegten Feedback-Gespräche im Unternehmen noch gibt, müssen wir diejenigen, die sich vor diesen Gesprächen scheuen, oder sich generell mit Kommunikation schwer tun, unterstützen und Ihnen Wege aufzeigen, dieses Unwohlsein zu überwinden.

Daran werde ich mit unserem Bereich People Development und unserer neuen HR Direktorin arbeiten.

Kommentare

  1. Hallo, danke für den Blog, finde ich sehr interessant. Es ist schön zu sehen, dass sich ein etabliertes Unternehmen trotz guter Umfragewerte hinterfragt und bewegt. Ich wünsche der neuen HR-Direktorin viel Erfolg bei McDonald’s und McDonald’s einen Glücksgriff mit der neuen HR-Direktorin.

    Schöne Grüße
    Peter Schimpl

    • Lieber Peter,
      wir werden weiter daran arbeiten die Feedbackkultur zu verbessern und ich bin fest davon überzeugt, dass unsere neue HR Direktorin entscheidend dazu beitragen wird. Dir persönlich wünsche ich alles Gute!
      Viele Grüße
      Wolfgang

  2. Meiner Meinung nach ist die Kommunikation mit Mitarbeitern von besonderer Bedeutung. Gerade wenn in einem Unternehmen Veränderungen vornehmen will. Veränderungen führen oft zu Widerstand. Durch eine offene Kommunikation sind diese Widerstände geringer. Aber auch in Bezug auf die Bindung von Mitarbeitern, ist die Kommunikation (und ich sehe da die Feedbackkultur im gleichen Boot) von enormer Bedeutung.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar, dem ist nichts hinzuzufügen. Feedbackkultur hat mit Vertrauen in die handelnden Personen zu tun.
      Viele Grüße, Wolfgang Goebel

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