Von Trennungen und Beziehungen

Erinnern Sie sich an den Gastbeitrag von Sarah Scholl? Heute möchte ich über das Thema Trennung im beruflichen Umfeld schreiben. Und zwar genau über die vielleicht landläufig als einfachste Variante angesehene – die freiwillige, die von einem Mitarbeiter ausgeht.

Zum Thema: Ob Sie es glauben oder nicht, ich ahne es zumeist schon, wenn ein entsprechender Termin von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter über meine Assistentin vereinbart wird. Vielleicht auch, weil sie oder er wie ich in diesem Fall „das Gras wachsen hört“. Die Person, die mit mir im Vorfeld der Trennung sprechen möchte, ist meistens sehr nervös, schließlich ist es ja auch nicht gerade eine tolle Message, wenn man sagen möchte, dass ein anderes Unternehmen/eine andere Stadt/ein Studium/eine Auszeit/der Vorruhestand/ein neuer Partner etc. attraktiver sind als die jetzige Position. Ich denke, dass viele dieses Gespräch am liebsten auch gar nicht freiwillig führen würden, wenn nicht auf der anderen Seite unsere standardisiertes Exit-Interview anstünde. Und da ist das Gespräch „vorab“ und freiwillig das kleinere Übel. Wenn das Wesentliche, also „ich möchte gehen, weil…“ und meine Reaktion darauf formal erledigt ist, wird es für mich sehr interessant. In diesem Moment gibt’s nämlich kein Halten mehr für wirklich offenen Dialog, ehrliches Feedback und angenehme wie unangenehmen Wahrheiten, gerne auch zum Selbst- wie Fremdbild. Feedbackregeln sollten dabei von beiden Gesprächspartnern berücksichtigt werden. Dann steht einem unglaublichen Erkenntnisgewinn nichts mehr im Wege.

Und wie stehe ich zu diesen Gesprächen? Es ist immer bedauerlich, wenn man talentierte, engagierte Menschen ziehen lassen muss. Vor allem dann, wenn eine gemeinsame Wegstrecke zurückgelegt wurde, oder die Zusammenarbeit sehr eng war. Der zwischenmenschliche Kontakt muss aber deshalb nicht abreißen, bloß weil eine Veränderung eintritt. Oft lande ich bei der Nachbetrachtung bei meinen diversen beruflichen Stationen und den Gesprächen mit meinen jeweiligen Vorgesetzten, wenn es für mich an der Zeit für Veränderung war. Dazu gab es die unterschiedlichsten Reaktionen, zumeist ging es sachlich-verständig zu, aber das eine oder andere mal auch enttäuscht-emotional. Ebenso rückblickend kann ich nur bestätigen, dass man tatsächlich oft Menschen zweimal begegnet. Daher versuche ich es auf die sachliche Tour – kommt manchmal allerdings nicht so gut an, weil die andere Seite Emotionen erwartet oder sogar enttäuscht ist, wenn zu wenig Bedauern rüber kommt.

Zwei Begegnungen in dieser Woche: ein Termin ohne Betreff, ein gutes Gespräch wie oben beschrieben. Eine tolle Perspektive für den anderen, zu der ich gratulieren kann. Weil es mich für unsere Branche und unser Unternehmen stolz macht, wenn man unseren Mitarbeitern solche Potenziale zuschreibt. Bedauerlich, weil eine gute Arbeitsbeziehung schon bald zu Ende gehen wird, die persönliche ganz sicher auf einer anderen Basis Bestand hat. Und ein Telefonat gestern mit einer ehemaligen Kollegin, die McDonald’ zwar zugunsten einer anderen Option verlassen hat, aber nun zu einer geschätzten Dialogpartnerin geworden ist. Genau deshalb gewinnen wir sie vielleicht eines Tages wieder für unser Unternehmen zurück, wenn wir ihr anbieten können „Mach‘ Deinen Weg“ – komm zurück zu McDonald’s. Zum Abschluss daher ein abgewandeltes Zitat, das ich schon sehr oft für Abschiedsgrußkarten verwendet habe und das ich Ihnen heute mit auf Ihren Weg geben möchte: „Man muss immer auf die Art und Weise gehen, dass man zurückgewünscht wird“.

Mach Deinen Weg auch ohne deutschen Pass – Gastbeitrag

An dieser Stelle möchte ich eine neue Serie beginnen. Das liegt unter anderem an den zahlreichen Emails und persönlichen Rückmeldungen zum Thema „Integration geht“. Auch Rafael Cruces aus unserem People-Team hat sich dazu Gedanken gemacht. Interessant ist, dass die Diskussion um das Thema Migration Menschen wie ihn emotional betrifft, obwohl er für mich ein Musterbeispiel an Integration ist und uns allen im Alltag nicht auffällt, dass die Familie Cruces die letzten Jahrzehnte auch Integrations-Hürden erlebt hat:

Aktuell entbrennen viele Diskussionen über den Erfolg von Integration. Die aktuelle Flüchtlingskrise, übrigens nicht die erste, die Deutschland zu bewältigt hat, droht immer wieder das Land zu spalten. Hinzu kommt die Diskussion über die politische Einstellung in Deutschland lebender Türken und die angeblich gescheiterte Integration der Gastarbeiter.
Ich frage mich seit einigen Wochen, ob ich dazu was schreiben soll… Ich bin nicht der Typ für eine öffentliche Kritik, allerdings habe ich mich am Wochenende mal wieder über die Presse und Politik geärgert und da ist spontan das hier entstanden.

Und wer bin ich?
Ich bin Nichtdeutscher, Migrant, Europäer und auf dem Papier Staatsbürger eines anderen EU-Mitgliedstaates. Wenn man in meinen Kopf schaut, mein Verhalten beobachtet, bin ich deutsch, d.h. wenn ich denke, wenn ich arbeite und natürlich auch wenn ich Steuern zahle. Ich bin allerdings Migrant, wenn ich die aktuelle Diskussion wirklich schmerzlich fühle.

Ich gehöre schon zur 2. Generation von Einwanderern. Mein Vater kam Anfang der 70er ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland. Es war eine Kombination aus politischen und vorwiegend ökonomischen Gründen, die einen jungen Mann dazu brachten, seine Eltern und sein Land zu verlassen und nach neuen Wegen zu suchen, um eine Familie zu gründen. Es sollte eigentlich nur ein Zwischenstopp in Deutschland werden. Seit dem sind über vierzig Jahre vergangen. Zwei Kinder wurden geboren, eines in der Heimat, eines in Deutschland, und beide sind hier aufgewachsen. Wir Kinder, beide Akademiker übrigens, haben inzwischen mit jeweils deutschen Partnern Familien gegründet. Und arbeiten in großen Konzernen.
Es klingt nach gelungener Integration nach dem Lehrbuch… Aber ist es das wirklich, wenn mich die Diskussion emotional aufwühlt?

Im Rahmen der Flüchtlingswelle 2015 wurde ich durch meine Tätigkeit im Bereich Personal-Grundsatzfragen zum „Integrations-Beauftragten“. Seit dem gehören die Stolpersteine der Migration und Integration in den Arbeitsmarkt und deren Behebung zu meinem Alltag.
Ich gebe offen zu, neben der beruflichen Rolle, sind es inzwischen auch persönliche Interessen, die mich motivieren bei der erfolgreichen Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt mitzuwirken.
Arbeit und Ausbildung sind aus meiner Sicht der beste Weg Menschen zu integrieren. Warum? Zunächst, weil es auch mein persönlicher Türöffner war und weil Arbeitgeber aufgrund der Rasse, Geschlecht, Weltanschauung, Religion, Behinderung, sexueller Orientierung ihre Arbeitnehmer und Auszubildenden nicht diskriminieren dürfen.

Hinzu kommt, dass wir als Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht haben und Menschen persönlich und beruflich weiterentwickeln. Die unterschiedlichsten Menschen lernen so den Umgang miteinander und viel voneinander.
Für mich persönlich heißt Integration ein Teil der Gesellschaft zu sein und nicht nur über alle Pflichten sondern auch Rechte zu verfügen.

Wir müssen alle gemeinsam viel lernen und wie es aussieht, haben wir einen langen Weg vor uns, Deutsche und Nichtdeutsche.
Ist es wirklich relevant welche Nationalität ich habe oder doch eher wer ich bin und was mich ausmacht?

Lassen Sie uns Integration gemeinsam anpacken. Nach dem Motto „Mach Deinen Weg“ sollte jeder Mensch, der in Deutschland lebt und arbeitet die Möglichkeit haben, sich unter Beachtung aller Rechte und Pflichten individuell zu entwickeln. Wenn ein Job bei McDonald’s der Einstieg für eine neue „deutsche“ Familie sein kann, werden wir die Perspektiven schaffen.

Rafael Cruces


McDonald’s – mein Résumé – Gastbeitrag

McDonald’s lebt ganz entscheidend davon, dass wir Nachwuchs in den eigenen Reihen identifizieren, fördern und weiterentwickeln. Meine Kollegin Sarah Scholl ist in Bezug auf ihr Alter eine ganz schön lange Wegstrecke mit bei uns an Bord gewesen – und das sehr erfolgreich. Klassisch startete ihr Weg in einem unserer Restaurants, führte dann über eine Bachelorarbeit in die Verwaltung und endet nun leider Ende des Monats, weil sich Sarah für ein MBA-Studium in den USA entschieden hat. Aus der Restaurant- wie aus der klassischen Verwaltungswelt nimmt sie nun Erkenntnisse mit, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollten. Sicher gibt es hier einige Aspekte, die sich gut in einer Diskussion vertiefen lassen. Ich schätze Sarahs offene und direkte Art jedoch sehr und freue mich auch mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, auf eine lebendige Diskussion. Liebe Sarah, möge Dein weiterer Weg Dir freundlich entgegen kommen. Alles Gute – Du „machst Deinen Weg“!

Change, Kulturwandel, Generationenwechsel ist ein Dauerbrenner in der öffentlichen Diskussion. Auch McDonald’s befindet sich im Wandel. Unsere Restaurants verändern sich, der Service und natürlich auch die Menschen, die nun zu uns stoßen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Auseinandersetzung mit dem Wandel in unseren Restaurants besser gelingt als in den administrativen Funktionen, aber dazu später mehr. Kurz bevor ich McDonald’s für ein MBA-Studium verlasse, wollte ich vor allem über „mach Deinen Weg“ in unserem Unternehmen schreiben, und was ich mitnehme.

Mein erster Tag bei McDonald’s war der 10.01.2007. Das war nicht nur der Tag an dem mein Kollege Mustafa mir beigebracht hat, wie Cheeseburger, Hamburger und Big Macs zubereitet werden, sondern auch der Beginn einer dreijährigen Tätigkeit, in der ich – zuerst unerwartet, aber dann umso mehr, Dinge gelernt habe, die mich mein restliches Leben begleiten werden. Ich habe gelernt, was es bedeutet Teil eines Teams zu sein, welches kulturell, demografisch und charakteristisch kaum unterschiedlicher sein könnte und gleichzeitig ein gemeinsames Ziel verfolgt (auch wenn es noch so simpel klingt): jeden einzelnen Gast glücklich machen. Und dass jeder einzelne, der an der Kasse teilweise noch so ignorante Gäste bedient, in der Küche Burger zubereitet oder die Toiletten schrubbt (auch das gehört dazu) den größten Respekt verdient hat. Damals in der 12. Klasse, kurz vor dem Abi in einer Kleinstadt im Taunus, stieß mein Nebenjob beim Systemgastronomen mit „McJob“ Klischees behaftet bei einigen meiner Schulkameraden und selbst auch deren Eltern (und auch mir bekannten Gästen) auf großes Unterverständnis. „Wie kann man nur in so einem Laden arbeiten?“. „Da essen ja – aber da arbeiten? Never! Das McDonald’s als Unternehmen kritisiert werden kann, leuchtet mir ein, aber solche Kritik kam nie – es ging immer um „diejenigen die da arbeiten, können nichts. Sind zu doof, um was anderes zu machen“.

Was ich während meiner Zeit im Restaurant in erster Linie gelernt habe, ist, dass jeder an einem Strang gezogen hat, uneingeschränktes Vertrauen ins Team herrschte. Wenn es ein Problem gab, musste dies gelöst werden, egal mit wem, von wem, für wen. Gegenseitiger Respekt, Teamgefühl und Gemeinschaft also. Und dass Vielfalt zählt, egal wo man herkommt, wie alt man ist oder welcher Glaubensrichtung man angehört.

Nach diesen positiven Erfahrung im Restaurant, habe ich entschieden, während meines Studiums ein Praktikum in der Personalabteilung der McDonald’s Deutschland Verwaltung zu nutzen, um mal „die andere Seite kennenzulernen“. Ein Jahr später kehrte ich für meine Bachelorarbeit zurück und wurde anschließend fest angestellt. Meine ersten viereinhalb Jahr in einem „richtigen“ Job war ich Teil des Personal-Teams und habe verschiedenste Projekte leiten dürfen. Und dabei auch viel mitgenommen!

Leider habe ich bei meinem ersten Job aber auch nicht ganz so gute Erfahrungen gemacht. Beispielsweise, wenn Kolleginnen und Kollegen sich selbst und ihren individuellen Erfolg zu wichtig nehmen. Vielleicht gerade weil sie eine tolle Ausbildung genossen haben. In ihrem Traumjob arbeiten dürfen und das alles mit ganz geregelten Arbeitszeiten und ganz ohne Schichtdienst. Wenn die eigene Karriere und nicht etwa das eine gemeinsame (Unternehmens-)Ziel in den Vordergrund gestellt wird. Oder das Team, Vertrauen in die anderen, gegenseitiger Respekt, auch wenn man mal nicht einer Meinung ist. Wenn das „Ich“ vor das „Wir“ gestellt wird, eine Haltung, die wir uns im Restaurant gegenüber unseren Gästen gar nicht erlauben dürfen. Ich denke, dass dies auch in anderen Unternehmen so ist – vielleicht vor allem auch wenn der Kontakt zur vielgerühmten Basis im Unternehmensalltag etwas verloren geht. Und obwohl alle Verwaltungsmitarbeiter alljährlich Restauranttage absolvieren müssen, kommt dies leider auch bei McDonald’s vor. Wobei ich betone, dass ich hiermit nicht über die ganze Verwaltungsmannschaft spreche.

Vom hohen Ross runter kommen und sich selbst nicht so wichtig nehmen – das ist im Prinzip die ganz entscheidende Wahrheit, die ich aus meinen ersten rund acht Jahren Berufserfahrung mitnehme. Für den notwendigen Wandel, ganz gleich auf welcher Hierarchieebene, in welcher Funktion und an welchem Standort. Und darum bereue ich keine Minute, die ich im McDonald’s Restaurant in Idstein verbracht habe und für mein Leben mitnehmen kann, wie Teams – egal unter welchen Bedingungen – funktionieren und was gemeinsam ein Ziel erreichen bedeutet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte bleibt weiter dran, damit das gemeinsame WIR im Vordergrund steht, und wir unsere Gäste auch künftig gemeinsam im Team glücklich machen können!

Sarah McFlurry

Integration geht!

Nach ein paar Gastbeiträgen bin ich heute mal wieder dran. Die letzten Wochen war ich viel in Deutschland unterwegs, weil wir uns intensiv mit unseren Franchise-Partnern zu aktuellen wie zu künftigen Themen austauschen. Diese Meetings sind sehr relevant, gerade für den Bereich People. Weil unsere Partner vor Ort nämlich das Gesicht von McDonald’s sind. Unsere Botschafter für die Marke, und eben auch für die Arbeitgebermarke. Schön ist, dass sie das auch so sehen!

Unser Begriff für die Partnerschaft ist zwar ein sehr nüchterner – wir sprechen immer von „System“. In Wirklichkeit ist es aber eine Zusammenarbeit, die von viel Dialog und Diskussion lebt. Und von Herz! Mit dem Beginn der Flüchtlingsdebatte hatten wir uns verständigt, dass wir geflüchteten Menschen keinen Stempel qua Eintrag in die Personalakte geben wollten. Eben weil unsere Unternehmensgeschichte zeigt, dass Integration möglich ist, auch ganz ohne Kennzeichnung der Kolleginnen und Kollegen, die aus einer Notlage aus dem Ausland zu uns kommen. Beispielsweise arbeiten noch heute sehr viele Mitarbeiter bei uns, die in den 90ern aus den Balkanstaaten flüchten mussten. Als in der vergangenen Woche wieder öffentlich diskutiert wurde, wo die aktuelle Flüchtlingswelle im Bereich Beschäftigung hinführt, kam diese Diskussion mitten in die Franchise-Nehmer-Treffen zum Halbjahr.

Und jetzt zum Herz – nach einer spontanen Abfrage haben wir festgestellt, dass wir erheblich mehr geflüchtete Menschen beschäftigen, als wir dachten. Nicht nur weil wir eine außerordentlich positive Arbeitsbeziehung zur Bundesagentur für Arbeit haben, die uns bei dem Projekt, Flüchtlinge in Beschäftigung zu bringen, hervorragend unterstützt. Sondern vor allem, weil viele Franchise-Partner vor Ort ganz großartiges Engagement an den Tag legen. Zeit und Energie investieren, um administrative wie caritative Dinge neben der Einstellung auf die Reihe zu bringen. Und zusammen mit ihren Restaurantteams dafür sorgen, dass sich die neuen Kollegen schnell zugehörig fühlen. Das ist umso wichtiger, weil oftmals keinerlei Deutschkenntnisse vorhanden sind. Wir können Integration auch deshalb so gut, weil die Einstiegshürden in der Systemgastronomie nicht hoch sind: Spaß am Umgang mit Menschen und Freude am Service sind beste Startbedingungen. Den Rest können wir unseren neuen Kolleginnen und Kollegen dann beibringen.

Während die einen kritisieren, dass „Flüchtlinge nur rumhängen“, beschweren sich die anderen „dass die uns die Jobs wegnehmen“ – ein regelrechtes Spannungsfeld, in dem die Betroffenen nur verlieren können! Weil ja bekannt ist, dass Flüchtlinge nur unter gewissen Bedingungen eine Arbeit und Ausbildung aufnehmen dürfen. Und umgekehrt bei einem Rekordniveau an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Arbeitsmarkt in manchen Regionen glücklicherweise wie leergefegt ist – aus Arbeitgeberperspektive. Für unser gemeinsames Engagement in der Systemgastronomie haben wir in den letzten Tagen viel Anerkennung erhalten.

Als Wermutstropfen allerdings haben wir auch total verdrehte Darstellungen gelesen, beispielsweise, dass wir im Gegenzug deutsche Bewerber benachteiligen würden. Oder unser Engagement gegen deutschsprachige Arbeitslose und Hartz4-Empfänger gerichtet ist. Mich macht es sehr nachdenklich, und betroffen. Wenn wir in der Wirtschaft wie in der Gesellschaft diese Gruppen gegeneinander ausspielen, kann Integration nicht gelingen. An dieser Stelle möchte ich meinen Chef zitieren „Fremdenhass hat bei McDonald’s keinen Platz“. Was auf Gästeseite so ist, kann und wird auf Mitarbeiterseite niemals anders sein. Dafür arbeiten wir gerne weiter gemeinsam mit unseren Franchise-Partnern daran und stehen auch im öffentlichen Dialog weiter für Vielfalt ein.

Auf die Mischung kommt es an!

Liebe Leserinnen und Leser,

Gabriele Fanta, die Gastgeberin dieses People Blogs, wird heute 40 Jahre alt (sie hat mir erlaubt das Alter zu nennen). Dazu meine herzlichsten Glückwünsche!

Aber warum erwähne ich überhaupt das Alter der Gastgeberin? Weil es alles andere als selbstverständlich ist, dass eine Frau mit gerade einmal 40 Präsidentin eines Bundesverbandes und Personalvorstand im Unternehmen einer der bekanntesten Marken der Welt ist. Gabriele Fanta ist seit April 2016 unsere Verbandspräsidentin und bereichert die Verbandsarbeit nicht nur über die inhaltliche Arbeit. Sie steht zusätzlich für Diversität und Vielfalt. Seit dreizehn Jahren bin ich nun mit voller Leidenschaft in der Verbandswelt tätig, weil die Gestaltungsmöglichkeiten enorm sind. Aber es fällt mir von Jahr zu Jahr stärker auf, dass wir Verbände in Sachen Vielfalt noch erheblichen Nachholbedarf haben. Dies gilt sowohl für das Hauptamt, also die Verbandsgeschäftsführungen, als auch für das Ehrenamt, also die ehrenamtlich engagierten Unternehmensvertreter. In beiden dominieren Männer in tradierten Familienrollenbildern.

Es sind in Deutschland die Verbände, die sozial-, tarif- und wirtschaftspolitisch gegenüber der Politik notwendige Impulse geben, bzw. in der Auseinandersetzung mit Gewerkschaften Lösungen finden. Eine unterschiedliche Sichtweise auf Lebenswirklichkeiten ist hierfür ein entscheidender Faktor. Menschen leben und arbeiten in unterschiedlichsten Konstellationen mit individuellen Ausrichtungen und (Erwerbs-)Biografien. Außerdem ist das Tempo, mit dem Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt auf uns zukommen rasant. Wir haben schlichtweg nicht mehr die Zeit, bei einer neu auftretenden Anforderung Erfahrung und Expertise erst aufwendig zu entwickeln. Diese müssen für das rasche Finden pragmatischer Lösungen in dieser Verbandswelt verfügbar sein und dies kann nur durch gemischte Teams erreicht werden. Die Offenheit für diese breit aufgestellte Kompetenz bei Verbänden ist absolut vorhanden. Es fehlt lediglich noch an Kandidaten. Aus diesem Grund bin ich besonders stolz, dass der Bundesverband der Systemgastronomie mit Gabriele Fanta als Präsidentin hier ein Zeichen setzt.

Liebe Gabriele, nochmals alles Liebe und Gute zum Geburtstag!

Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser – ein Hoch auf die Vielfalt!
Ihre
Valerie Holsboer

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