Führungskräfte sind (auch nur) Menschen

Sie kennen das Phänomen bestimmt – zahlreiche Mailinglisten versorgen uns im Büroalltag mit mehr oder weniger Lesenswertem. Manches wandert direkt ungelesen in den Papierkorb, andere in die Ablage „für später“, wenn mal Zeit für den Blick über den Tellerrand ist/sein sollte.
Diese Woche habe ich diesen Link in einem Newsletter entdeckt – und war begeistert.
Denn ein paar Tage zuvor hatte ich mit ein paar Kollegen darüber gesprochen, was von Führungskräften so alles erwartet wird. Und wie frustrierend Führung sich auch anfühlen kann.
Führungskräfte sind Menschen. Mitarbeiter, Botschafter und Vermittler, mit allem was so dazu gehört. Oft im „Sandwich“ zwischen den Unternehmenszielen, Kennzahlen, Image und diversen Stakeholdern wie Vorstand, Aufsichtsrat, Shareholdern, Mitarbeitern.

Liebe Leserinnen und Leser, für den Fall, dass heute oder morgen Ihr Chef Sie nicht glücklich, leistungsfähig, motiviert, engagiert, belastbar, ausgleichend, fordernd, fördernd, zuhörend, verstehend, strategisch, operativ, fokussiert, ermutigend, nachsichtig, großzügig, flexibel (…) machen/begleiten sollte, unterstützen Sie ihn oder sie. Hier ein paar konkrete Tipps:

  • Turnen Sie mal vor: beteiligen Sie sich aktiv im Teammeeting. Oder fragen Sie nach einem Termin, um Feedback zu geben. Äußern Sie Ideen, bringen Sie eine Initiative voran.
  • Stärken Sie ihm/ihr den Rücken (vor allem, wenn sie/er gerade nicht anwesend sind): setzen Sie Gerüchten beispielsweise Fakten entgegen, wenn in der Kaffeeküche/Raucherecke/Pausenraum solch ein „informelles Brainstorming“ stattfindet. Helfen Sie Ihrer Führungskraft, wenn ihm/ihr gerade die Argumente ausgehen, oder wenn Ihnen Fehler auffallen.
  • Gehen Sie mal auf Sie/ihn zuerst zu: grüßen Sie im Aufzug/Tiefgarage zuerst. Beginnen Sie ein Gespräch, z.B. indem Sie (ernst gemeint) fragen „wie geht’s?“. Dann sollten Sie natürlich zuhören können, und mitreden. Dazu hilft, sich gedanklich „die Schuhe des anderen“ anzuziehen.
  • Auch wenn’s der Chef ist – probieren Sie es mal mit Kollegialität bzw. dem Verständnis, dass auch diese Person eine wichtige Rolle im Team inne hat. Begegnen Sie diesem Menschen ganz großzügig an einem seiner/ihrer schlechten, angespannten, hektischen Tage mit Menschlichkeit. Das „Mehr an Vergütung“ für das „Mehr an Verantwortung“ kompensiert nicht an allen 365 Tagen das alles, was zu tun und auszuhalten ist.

Für ganz mutige Führungskräfte kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung im Umgang mit meinem Team nur empfehlen, auch mal etwas von der Wunschliste einzufordern. Sie werden in überraschte Gesichter blicken. 🙂 Gelingt ganz gut und ist das Beste gegen die Einsamkeit „da oben“ jenseits der gläsernen Decke. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Kommentare

  1. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus … auch Führung ist keine Einbahnstraße 😉

    • 😉

  2. Führungskräfte sind nur Menschen. Sie sind aber keine einfache Menschen mit virtuellen Datenräume, die alle Funktionen für sie erledigen.

    • Stimmt, gute Anmerkung

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