Veränderung

Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt bringt es mit sich: quasi aus dem Nichts erreicht Sie ein verlockendes Jobangebot. Vielleicht haben Sie in dem Moment überhaupt gar kein Interesse, sich auf einen neuen Arbeitgeber, ein neues Arbeitsumfeld oder sogar eine neue Stadt einzulassen. Eben weil es so verlockend ist, Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die eigene Laufbahn zu erhalten, gehen Sie den Weg mit – in ein erstes Gespräch, ein weiteres. Und irgendwann steht die Frage ziemlich offensichtlich vor Ihnen: Gehen oder Bleiben? Spätestens jetzt müssen Sie für sich und Ihr Umfeld eine Bewertung vornehmen. Denn sonst sind Sie in der Endrunde nicht ausreichend vorbereitet, um das Beste nicht nur für sich selbst auszuhandeln, sondern auch Ihrem künftigen Arbeitgeber Ihr Bestes zu geben. Deshalb schreibe ich heute über dieses Thema, denn ich bin gerade dabei, tolle Kandidaten für eine Tätigkeit in unserem Unternehmen zu gewinnen. Und wenn Kandidaten zu Kollegen werden, sollten die natürlich hinter ihrer Entscheidung „für McDonald’s“ stehen. Mit Überreden kommt man da als Personaler nicht wirklich weiter, denn die Bewertung und Überzeugung muss bei den Kandidaten reifen.

Aus eigener Erfahrung darf ich Ihnen sagen, dass Vergütung bei der Bewertung niemals im Vordergrund stehen sollte. Denn eine solche Entscheidung zahlt sich in der Regel nicht aus. Bewertungsportale können Ihnen helfen, mehr über Ihren Arbeitgeber zu erfahren, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ausreichend viele und aussagekräftige Bewertungen vorliegen. Sie kennen das selbst – ist man völlig zufrieden oder komplett unzufrieden, bewertet man eher, als wenn man eine „so lala“ Erfahrung gemacht hat. Daher werden dort häufig eher die extremeren Wahrnehmungen Ihrer potenziell künftigen Kollegen zu finden sein.

Also wie bewertet man „den Spatz in der Hand“ im Vergleich zur „Taube auf dem Dach“?  Die wichtigste Frage ist eine einfache – will ich die Veränderung überhaupt? Wenn ja, genau jetzt? Reizt mich der neue Job in Kombination mit den Möglichkeiten? Was könnte sich aus diesen weiter ergeben; kann ich meinen „Marktwert“ mit diesem Schritt steigern? Wie ist die Unternehmenskultur, passt die zu mir und zu meinem Arbeitsstil? Was konnte ich dazu in meinen Gesprächen beobachten? Kann ich mir die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten vorstellen, stimmt die Chemie? Habe ich Lust, mich auf Lernen und Veränderung einzulassen? Trägt meine Familie die Entscheidung mit? Vor allem den Mehraufwand für den Start? Und ich, habe ich die Kraft, die Anfangszeit, oder neudeutsch, das Onboarding, selbst durchzustehen? Genauso zu bewerten ist der aktuelle Arbeitgeber, die Möglichkeiten, das Umfeld, auch der Wohlfühlfaktor. Denn eins ist klar – niemals können Sie einen neuen Arbeitgeber genau so umfassend im Vorfeld kennenlernen, wie Sie Ihren aktuellen kennen. Jeder mögliche Wechsel erfordert in erster Linie eine Portion Mut. Das gilt übrigens auch, wenn Sie sich in einem größeren Unternehmen von einer Einheit zu einer anderen verändern möchten, oder sogar den Funktionsbereich wechseln. Neben Mut ist vor allem die Lernbereitschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Gelingen einer Veränderung. Klingt banal, heißt aber viel. Sich auf das Neue einzulassen. Kritik und Feedback annehmen und umsetzen können. Eine Durststrecke aushalten können, wenn sich Erfolg nicht direkt einstellt. Hilfe annehmen und öfter mal einen neuen Weg ausprobieren.

Wenn Sie sich mit all dem befasst haben, bleibt nur noch ein ganz wichtiges Thema: Glauben Sie an sich und Ihre Fähigkeiten. Dann schaffen Sie es auch! Seien Sie mutig!

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