Gedanken zum Thema Führung

Im Augenblick fällt mir auf, dass viele Fachmedien sich wieder mit dem Thema „Führung“ beschäftigen. Als ideale Führungskraft wird oftmals diejenige beschrieben, die gut zuhören kann, Mitarbeiter in Entscheidungsprozessen einbindet, delegiert und in schwierigen Zeiten souverän bleibt.

Was mir auffällt, ist, dass in der einschlägigen Literatur und in der Wissenschaft dieses Thema oft von Menschen untersucht und beurteilt wird, die noch nie in verantwortlicher Position in Unternehmen gearbeitet haben.

Führung wie aus dem Lehrbuch habe ich persönlich in meiner mittlerweile fast 30-jährigen beruflichen Laufbahn noch nicht kennengelernt. Aber ich habe Menschen kennengelernt, Chefs gehabt, die unter der Last der Führungsverantwortung schwer zu tragen hatten, und Chefs, denen Führungsverantwortung Flügel verliehen hat.

Deshalb stellt sich für mich immer erst die Frage: Wenn jemand eine neue Führungsposition übernimmt, ist derjenige überhaupt in der Lage, mit den Herausforderungen in der neuen Position umzugehen?

Warum ich denke, dass das so wichtig ist? Ich beobachte, dass Führungsverhalten und Führungspotential oft vom „Wohlfühlempfinden“ desjenigen abhängt, der Verantwortung trägt. Ganz selten stelle ich fest, dass der Umgang mit Mitarbeitern in angenehmen Zeiten sowie in stressigen Zeiten auf gleichem Niveau stattfindet. Und ich kann es nachvollziehen, dass äußere Einflüsse eine direkte Auswirkung haben.

Meiner Meinung nach ist es deshalb so wichtig, dass ein guter „Leader“ ein Stück weit in sich selbst ruht, mit sich selber gut klar kommt und Selbstbewusstsein ausstrahlt – getreu dem Motto:
„Bevor du dir eine Meinung über andere bildest, hilft es, wenn du eine gute Meinung von dir selbst hast.“

Ich bin mir ganz sicher, dass die Voraussetzung für eine gute Führungskraft ist, mit einer positiven Einstellung an neue Herausforderungen heranzugehen und diese Einstellung beginnt mit einem selbst. Nur so kann man andere auch auf eine „Reise“ zu einem bestimmten Ziel mitnehmen.

Keiner ist jeden Tag gleich gut gelaunt, keiner kann Probleme immer weglächeln, aber ich denke, es gibt zwei Attribute, die für eine gute Führungskraft unerlässlich sind:
1) Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts und mit welchem Leistungsvermögen mit Respekt zu behandeln.
2) Menschen wertschätzend zu begegnen und in jeder Situation, auch in Krisenzeiten, diese Wertschätzung aufrecht zu erhalten.

Sie denken vielleicht: „Na, wenn das schon alles ist, das ist doch nicht schwer?!“

Denken Sie mit mir gemeinsam nach, kennen Sie einen „Leader“, der diese beiden Umgangsformen immer beherzigt? Oder die Frage anders gestellt an diejenigen von uns, die eine Führungsrolle wahrnehmen: Orientieren wir uns immer an Respekt und Wertschätzung?

Ich darf sagen, dass ich es auf jeden Fall in meiner Führungsfunktion versuche und danach strebe. Wie oft es gelingt und wie oft es daneben geht, kann ich nicht beurteilen. Das können nur die Menschen wissen, mit denen ich zusammenarbeiten darf, offenes und ehrliches Feedback vorausgesetzt.

Was sind Ihre Gedanken dazu?

Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Goebel,

    mit großem Interesse verfolge ich Ihren Employer-Branding-Blog, Ihre Ansichten zum Thema Führungsverhalten, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, etc. – Mein großes Kompliment dazu, ich finde Ihre Ausführungen sehr informativ und es gibt wirklich nicht viele Führungskräfte in Ihrer Position, die sich in dieser Transparenz über ihr Unternehmen und dessen Ansehen als Arbeitgeber Gedanken machen. Das passt aber auch zu meinem persönlichen Eindruck, den ich als Kunde von außen auf Ihre Restaurants habe und der ebenfalls recht positiv ausfällt.

    Insbesondere Ihr Artikel „Was man von anderen HR-Experten lernen kann“, die Darstellungen von Prof. Dr. Quenzler, trifft genau das Thema, mit dem ich mich seit etwa einem Jahr intensiv beschäftige: Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) und alle damit verbundenen, neuen Entwicklungen. Und hierzu meine konkrete Frage: Gibt es bei McDonalds schon Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung oder sogar ein nachhaltig wirkendes Betriebliches Gesundheitsmanagement? Wer ist dafür zuständig, an wen in Ihrem Hause darf ich mich wenden? (Antwort gerne per E-Mail.)

    Ich werde Ihren Blog weiterhin aufmerksam verfolgen und freue mich schon auf Ihren nächsten Blogeintrag. Herzliche Grüße aus Lüneburg,
    Marco Sievers

    • Hallo Herr Sievers,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir engagieren uns als Arbeitgeber aktiv für die Gesundheit unserer Mitarbeiter. Derzeit sind wir dabei, ein langfristiges Gesundheitsmanagement zu etablieren. Durch zielgerichtete Kommunikation auf unseren internen Kanälen verbessern wir das Bewusstsein für das Thema Gesundheit bei unseren Mitarbeitern. Beispielsweise gibt es auf unserem Mitarbeiteronline-Portal „ourlounge.de“ viele nützliche Tipps aus dem Bereich Gesundheitsmanagement, die allesamt leicht umzusetzen sind. Eine Kooperation mit Clever Fit unterstützt unsere Mitarbeiter beim Einstieg in eine aktivere Lebensweise. In unseren Restaurants wird auf die Ergonomie am Arbeitsplatz geachtet, unter anderem entlasten spezielle Stehmatten in vielen Restaurants die Gelenke und Rücken der Mitarbeiter. Ausführlich beantworten können wir Ihnen Ihre Fragen gerne per email.

      Herzliche Grüße, Wolfgang Goebel

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