Arbeiten bei McDonald’s – „McJob“ als Gütesiegel?

McDonald’s ist ein guter Arbeitgeber – hätten Sie dieser Aussage vor 10 Jahren zugestimmt? Und wie denken Sie heute darüber? Ich bin der Meinung, dass wir im Bereich Human Resources die Weichen gestellt haben und damit eine Vorreiterrolle als guter Arbeitgeber anstreben.

Wie für viele andere Unternehmen ist es auch für uns zunehmend eine Herausforderung, gutes Personal für Dienstleistungen mit Qualität zu gewinnen – Stichwort: demografischer Wandel. Momentan sind auch wir zum Umdenken im Personalwesen und auf neue Prozesse angewiesen. Diese wiederum zu hinterfragen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen sehe ich als eine meiner wichtigsten Aufgaben an. Mir hilft es, mich dazu mit meinem Umfeld auszutauschen – ein Austausch, der leider nicht immer in dem Maße möglich ist, wie ich es mir wünsche. Durch meinen Blog will ich das ändern. Dieses Blog soll Raum für hilfreiche Inspiration und regen Austausch bieten. Ich will damit alle ansprechen, die ein persönliches oder berufliches Interesse an Human Resources Themen haben und die an einem produktiven Dialog interessiert sind. Ich hoffe auf Ihren kritischen Input und auf einen Gewinn für beide Seiten.

Wenn ich an die Entwicklung von McDonald’s als Arbeitgeber denke, sehe ich vor allem vieles, was wir bis heute verbessert haben. Eine dialogorientierte Personalführung in einem Franchise-System mit gegenwärtig 62.000 Mitarbeitern ist für ein Unternehmen gleichermaßen wichtig wie herausfordernd. In den letzten Jahren haben wir darauf reagiert und den Dialog mit unseren Franchise-Nehmern und Beschäftigten kontinuierlich verbessert. Dabei helfen uns Tools wie das Intranet und andere interne Kommunikationsplattformen, ergänzend zu vielen persönlichen Gesprächen.

Natürlich sehe ich dennoch, dass wir trotz aller Anstrengungen weiterhin mit vielen Vorurteilen konfrontiert werden, die sich durch das hartnäckige „McJob“- Image bis jetzt gehalten haben. Niedrige Löhne und kaum Aussicht auf berufliche Weiterentwicklung – diese Kritik höre ich oft von Außenstehenden, die mir ihr Bild eines Jobs bei McDonald‘s beschreiben.

Ich freue mich, dass wir diesen Eindruck heute widerlegen können. Andere Branchen wie der Einzelhandel oder etwa Call Center stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Für viele heißt die Zauberformel dabei „Employer Branding“. Für mich heißt das, nur aus dem, was ein Arbeitgeber tatsächlich für seine Mitarbeiter leistet, kann eine authentische Arbeitgebermarke wachsen.

Umfragen zeigen uns seit einigen Jahren eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit. Dazu beigetragen hat sicherlich der Abschluss des Tarifvertrages sowie die Verbesserung unserer Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Leider sehe ich aber auch, dass die Öffentlichkeit diese Fortschritte nicht so deutlich wahrnimmt. Die Marke „McDonald’s“ hat im Vergleich zum Arbeitgeber „McDonald’s“ noch deutlich die Nase vorn. Hier wollen wir ansetzen und das Vertrauen in die „Employer Brand“ stärken. Ich vergleiche den Prozess gerne mit einer Reise, auf der wir uns befinden. Die Herausforderung besteht für uns darin, den Weg weiterzugehen und eine ähnlich positiv besetze Arbeitgebermarke zu etablieren wie es „McDonald’s“ heute als Brand schon für unsere Kunden ist. Das wollen wir erreichen, indem wir einen ungefilterten Blick auf unser Unternehmen ermöglichen.

In diesem Zusammenhang ist es auch nicht verwunderlich, dass unsere Kommunikationsabteilung die Blog-Pläne wohlwollend aufgenommen hat. Vor einigen Jahren hätte mein Wunsch nach einer eigenen öffentlichen Plattform  noch zu längeren Diskussionen geführt. Doch Unternehmen werden transparenter – auch im Human Resources Bereich. Nicht zuletzt, um potentiellen Bewerbern einen genauen Eindruck davon zu verschaffen, was sie bei ihrem möglichen neuen Arbeitgeber erwartet. Je eher sich zukünftige Mitarbeiter eine Meinung bilden können, desto besser.

Mir liegt sehr daran, diesen Verbesserungsprozess, in dem wir uns gerade als Unternehmen befinden, auch mit Hilfe externer Beurteilung weiter voranzutreiben und Ihre Einschätzung zu erfahren. Auf unserer Reise zu einer authentischen Arbeitgebermarke haben wir bereits einige anstrengende Etappen gemeistert. Weitere Herausforderungen erwarten uns auf diesem Weg.  Es ist eine spannende Frage, ob (und wie) „McJob“ nicht doch zum Arbeitgeber-Gütesiegel wird.

Kommentare

  1. hallo herr goebel,

    kompliment: in deutschland der erste bloggende personalvorstand! ich bin begeistert!

    für mich verwunderlich und interessant: warum binden sie social media elemente nicht stärker in ihren blog, aber auch in das gesamte employer branding von mcdonald’s ein? – vielleicht können wir in einem saatkorn.-interview diese und andere fragen einmal klären…

    ihnen viel erfolg mit employerbranding-blog.de!

    besten gruß

    gero hesse

    • Lieber Herr Hesse,

      danke für das Kompliment, von Ihnen als Saatkorn Autor weiß ich das besonders zu schätzen.
      Das Angebot für ein Interview nehme ich gerne an. Ich freue mich, mit Ihnen über Social Media und andere Themen zu sprechen.

      Mit herzlichen Grüßen
      Wolfgang Goebel

  2. Hallo Herr Goebel,
    auch ich finde Ihre Initiative sehr gut!
    Leider weiss (außer natürlich den ‚üblich Verdächtigen‘) noch fast keiner davon, und das ist SCHADE. Keine Community kein Dialog – deshalb werde ich die frohe Nachricht naher gleich hinaus’twittern‘. Schön fände ich auch eine Stellungnahme und Diskussion zu den aktuellen Kampagnen: http://www.mcdonalds.de/metanavigation/jobs_karriere/mitarbeiter_geschichten.html#/intro
    Last but not least: ich hätte dem Blog Ihren Namen gegeben, denn es geht um weit mehr als Employer Branding – es geht um gelebte Unternehmenskultur im Dialog mit IHNEN.
    Jetzt aber genug – ich wünsche Ihnen viel Spass, Erfolg & spannende Diskussionen

    Nina Kalmeyer
    newcruiting.de

  3. Es ist immer schön zu sehen, wenn sich Unternehmen bzw. ihre Vorstände der Öffentlichkeit öffnen und Entscheidungen, Geschichten und auch kritische Themen teilen. Solange es ernst gemeint und ehrlich ist. Viel Erfolg damit und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

  4. Hallo Herr Göbel,

    da war Gero doch wieder einen kleinen Tick schneller… Auch ich würde mich freuen, wenn wir uns auf diesem Wege austauschen. Ich werde den „bloggenden Personalvorstand“ in den nächsten Tagen dann mal im Recrutainment-Blog verarbeiten. Das Beispiel McDonald´s habe ich ja schonfast regelmäßig im Programm (siehe zuletzt erst am 23.1 – http://blog.recrutainment.de/2011/01/23/mcdonald%C2%B4s-startet-dritten-flight-der-employer-branding-kampagne-mit-fokus-auf-azubis/). Hierbei ist mir insb. das von Ihnen angesprochene Thema Authentizität eine Herzensangelegenheit, aber auch die mE nicht mehr zeitgemäße Trennung von Recruiting einerseits (Fremdauswahl) und Personalmarketing andererseits (Selbstauswahl). Ich nehme Sie auf jeden Fall gleich mal auf meine Blogroll – da sollen ja nicht nur Azubi-Blogs stehen, jetzt auch ein Vorstandsblog… Chic… Beste Grüße Jo Diercks

  5. […] gegangen. Unter http://www.employerbranding-blog.de betreibt er nun sein eigenes Blog. In seiner “Antrittsrede“, dem ersten Post auf dem Blog mit dem schönen Titel “McJob als Gütesiegel” […]

  6. Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Kommentare.
    @Frau Kalmeyer: Danke für Ihr Lob. Was würde Sie denn in Bezug auf die Mitarbeiterkampagne besonders interessieren?
    @Herr Winatschek: Kritische Themen auf ehrliche Art anzusprechen ist einer der Gründe, warum ich mich für diesen Blog entschieden habe. Ich bin gespannt, ob, wann und wie andere folgen.
    @Herr Diercks: Ich freue mich, dass Sie über meinen Blog berichtet haben. Ihre Aussage zur Verbindung von Recruitment und Personalmarketing finde ich interessant, das sollten wir näher beleuchten. Würden Sie die Trennung komplett aufgeben?
    Herzliche Grüße
    Wolfgang Goebel

    • Hallo Herr Goebel,
      bzgl. Ihrer Frage, was mich rund um die Mitarbeiterkampagne besonders interessieren würde:
      – Henner Knabenreich hat dies in seinem Blog und auch hier in seinem Kommentar schon angesprochen
      Mir fällt auch auf, dass noch oft in alles visuelle, werbliche sehr stark investiert wird, was ja auch kein Schaden, weil Eyecatcher ist. Dann aber, wenn es in den Content und in die Prozesse übergeht, wird noch immer sehr gespart. Prozesse passen nicht oder werden nicht den Zielgruppen bzw. spezifischen Recruitingprozessen angepasst. An Beratern, die sowas können, wird auch viel zu oft gespart. Damit ist eine tolle Kampagne nicht rund und zu wenig ergebnisorientiert.
      – Der andere Punkt, der mich interessieren würde, ist, inwieweit eigentlich die Mitarbeiter über eine solche Kampagne informiert werden und auch in Kompetenz und vor allem Behaviour mitgenommen werden. Denn es ist immer noch so, dass ich in vielen McDonald’s Filialen ganz andere Menschen mit weitaus weniger Motivation vorfinde, als mir das in den Spots weisgemacht werden soll. Hier kommt das Thema Authentizität und werbemüde Medienbürger ins Spiel.
      Und natürlich fände ich es spannend zu lesen, was sich bzgtl. Qualität der Bewerbungen anhand der Kampagne verändert hat.

    • Hallo Frau Kalmeyer,

      was unseren Karrierebereich betrifft, gebe ich Ihnen völlig Recht. Hier gibt es sicherlich große Unterschiede. Dies ist auch intern bei uns ein großes Thema. Derzeit arbeiten wir Schritt für Schritt an einer Verbesserung. Zu Ihrer zweiten Frage möchte ich sagen, dass bei uns alle Mitarbeiter über die Kampagne informiert und gleichzeitig aufgerufen wurden, sich für das Casting zu bewerben. Und die Bewerberanzahl war wirklich enorm. Letztendlich haben wir aus diesen Bewerbern die finalen Mitarbeiter für unsere Spots ausgewählt. Natürlich ist es klar, dass unsere Protagonisten nicht für 62.000 Mitarbeiter deutschlandweit stehen können. Aber ich denke, wir konnten mit der Kampagne einen Einblick geben, welche Menschen bei uns arbeiten und welche verschiedenen Erfahrungen sie gemacht haben. Besonders gefreut hat uns, dass sich die Qualität der Bewerbungen nach der Kampagne deutlich verbessert hat. Die Bewerberzahl ist bereits nach Ausstrahlung unseres ersten TV-Spots sprunghaft angestiegen und zudem erhalten wir, aufgrund der Möglichkeit eines Dualen Studiums, auch immer mehr Bewerbungen von Abiturienten.

      Mit herzlichen Grüßen,
      Wolfgang Goebel

  7. Hallo Herr Goebel,

    hmm, im Prinzip ja – zumindest in dem oft gelebten Sinne, dass dies zwei Abteilungen sind, die oft genug nur sehr entfernt miteinander zu tun haben. Aus meiner Sicht ist beides „Auswahl“ oder um nicht so selektiv zu klingen „Gewinnung“. Während Personalmarketing und Employer Branding versuchen, die Selbstauswahl zu verbessern, ist Recruiting ein Fremdauswahl-Thema. Dabei wird oft verkannt, dass das eine DIREKT mit dem anderen zusammenhängt. Gelänge es (sehr theoretisch) einem Unternehmen NUR passende Kandidaten anzusprechen und zu einer Bewerbung zu motivieren, bräuchte dieses striktgenommen gar keine „Auswahlprozesse“ mehr. Selbst ein Zufallsverfahren würde immer einen RICHTIGEN, einen Passenden neuen Mitarbeiter hervorbringen. Umgekehrt gilt es aber leider auch, wenn sich nur Falsche bewerben (auch sehr theoretisch), helfen die besten Tests, die besten ACs und die besten Interviews auch nichts mehr. Wo keiner ist (nicht mal potentiell) kann auch keiner per Auswahlprozess gefunden werden. Dies konsequent zu Ende gedacht heisst, dass alle Marketingüberlegungen direkt mit allen Recruitinginstrumenten synchronisiert sein müssen oder anders: Auch Personalmarketing ist Recruiting und umgekehrt.

    Ich habe das mal anhand des selektionsdiagnostischen Modells von Taylor & Russell durchgespielt: http://blog.recrutainment.de/2010/07/13/auch-selbstauswahl-ist-wichtig-fur-eine-gute-personalauswahl/ Umso besser das Personalmarketing, desto besser das Recruiting (c.p.).

    In dem Artikel aus dem letzten Juli kommen Sie übrigens vor. Welch Zufall…

    Beste Grüße!
    J. Diercks

  8. Hallo Herr Goebel,
    ich bin selbst Auszubildener bei McDonald’s gewesen. Ich stand zumindest auf Nachfrage stets offen dazu, schwul zu sein. Ich habe mich nie verstellt. Viel- und Andersartigkeit zu schätzen habe ich bei McDonald’s gelernt, kannte ich schon vorher und meine Interpretation dessen, dies auch auf mich zu beziehen, hat mich persönlich sehr gestärkt.
    Jedoch: Sowohl bei unseren Gästen als auch bei unseren Mitarbeitern führte dies manchmal zu Konflikten; wurde indes ab und an problematisch. Was raten Sie mir bzw. Mitarbeitern, denen es gleich ergeht (ich kenne Einige), was wäre Ideal in diesem Fall?
    Wie steht das Unternehmen McDonald’s zu DIESER Art von Individualismus?
    Beste Grüße
    -K.

    • Es tut mir sehr leid, dass Sie auch schlechte Erfahrung während Ihrer Ausbildung bei McDonald’s machen mussten. Diskriminierung am Arbeitsplatz hat bei McDonalds nichts zu suchen. Und ich möchte auch hier noch einmal deutlich machen, dass wir keine Unterschiede zwischen unseren Mitarbeitern machen.
      Ebenso wünschen wir uns natürlich auch, dass jeder unserer Mitarbeiter das so sieht. Leider können wir persönliche Meinungen und Einstellungen aber nicht direkt beeinflussen. Deshalb möchte ich Ihnen und jedem anderen ans Herz legen, sich im Fall von Diskriminierung jeglicher Art an den zuständigen Restaurantleiter oder unsere offizielle Vertrauensstelle zu wenden.
      Herzliche Grüße,
      Wolfgang Goebel.

    • hey thema ist nicht einfach,
      vor 20 jahren hat sich das unternehmen mal damit geschmückt so loyal zu sein heute hat man nur noch mit anfeindungen von allen seiten zu kämpfen und man muss seine sexualität rechtfertigen was man als „hetero“ nicht muss es mir wurde schon vor einigen jahren geraten oute dich nicht wäre warscheinlich besser gewesen aber wo sollen wir noch hin eigentlich wollen wir doch nur einen guten job machen ???

    • Es tut mir sehr leid, dass Sie solch eine schlechte Erfahrung als Arbeitnehmer bei McDonald’s machen mussten. Diskriminierung am Arbeitsplatz hat bei McDonald’s nichts zu suchen und wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass alle 62.000 Mitarbeiter ausnahmslos gleich behandelt werden. Ein hohes Ziel, das wir nur erreichen können, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Leider können wir persönliche Meinungen aber nicht direkt beeinflussen. In solchen Fällen, möchte ich Sie bitten sich an Ihren zuständigen Restaurantleiter oder, wenn Sie möchten, auch an unsere offizielle Vertrauensstelle zu wenden.
      Herzliche Grüße und Danke für Ihr Verständnis,
      Wolfgang Goebel.

  9. Sehr geehrter Herr Goebel,
    mit Interesse verfolge ich den Gedankenaustausch auf Ihrem Blog, man kann darin viel über Stil und Kukltur des Hauses Mc Donalds lernen. im übrigen trägt das gewiss dazu bei, die Kunden-und Markenbindung zu stärken. Sie schreiben, dass Diskriminierung und Ausgrenzung am Arbeistplatz bei McDonalds nichts zu suchen haben. Jawohl, richtig so! Was aber, wenn Kunden und Gäste sich diskrimiert fühlen müssen? So ging es mir gestern (30.5.2011, 20 Uhr ) beim Besuch Ihrer Filiale 20209 Ingolstädter Straße/Euro-Industriepark. Brav hatte sich eine ca.15 köpfige junge Touristengruppe in der 2. Reihe angestellt und auf den übligen Bedienungswink gewartet. Ich fragte eine der Touristinnen (US-Amerikanerin), wo den die Schlange beginne und reihte mich dann direkt hinter ihr an letzter Stelle ein. Dann kamen zwei türkisch-stämmige Jugendliche (Alter: ca 15-17 Jahre) durch die Eingangstür und marschierten schnurstracks auf den links liegenden Bedienungsdesk zu, um ihre Bestellung aufzugeben. Ich riief Ihnen freundlich zu, dass die Schlange direkt hinter mir beginne und viele Gäste (die Touristengruppe) vor ihnen dran seien. Das schien die Vordrängler nicht zu interesieren, deshalb verließ ich die Schlange, um Ihre Desk-Mitarbeiterin auf den Sachverhalt hinzuweisen und Sie zu bitten, die Gäste der Reinfolge nach zu bedienen. Da Sie das entweder nicht verstand, ignorierte oder sich nicht traute , bat ich Sie um ein Gespräch mit dem Geschäftsführer, der auch sofort zur Stelle war. (Den Namen des Herren nennen ich Ihnen gerne auf Anfrage). Herr T. und die beiden Vordrängler waren nach meiner Wahrnehmung persönlcih miteinander bekannt, weshalb T., der diensthandene Filialmanager, auch gleich Partei für die sehr bestimmt auftretenden Vordrängler ergriff und einer der beiden sich sogar emutigt fühlte, mich verbal zu bedrohen:
    “ Hey Alter, sei verdammt vorsichtig, weiss Du eigentich, mit wem du Dich hier einlässt!“ Ich erwiderte, dass ihre Vorgehsweise nicht nur unkorrekt und unfair, sondern auch den wartenden Gästen ein schlechtes Bild von unserem Land vermittle. Erst auf insistierendes Nachfragen meinerseits gab mir T. dann widerwillig seinen korrekten Namen und die für seine Filiale zuständige Aufsicht (Mc Donalds Zentrale Drygalsky-Alle) bekannt. Ich fühlte mich ebenso wie die Menschen in der Schlange sprichwörtlich diskriminiert und sehe in diesem Fall konkreten Handlungsbedarf.
    Mit besten Grüßen

    Friedrich Bräuninger

    • Lieber Herr Bräuninger,
      es freut mich, dass Sie sich für meinen Blog interessieren und ihn aufmerksam lesen. Als erstes möchte ich Ihnen für Ihren Input danken und mich aufrichtig für das entschuldigen, was Ihnen passiert ist! Sie haben sich vollkommen richtig verhalten, indem Sie gleich nach dem Schichtleiter gefragt haben, denn solch ein Verhalten entspricht nicht unseren Servicerichtlinien. Der Kunde ist König und wir werden diesem Anliegen selbstverständlich sofort an den Kundenservice weitergeben, der sich umgehend um die Klärung des Vorfalls kümmern wird. Leider kann ich bei 62.000 Mitarbeitern nicht garantieren, dass jeder Einzelne so handelt wie es sein sollte. Deshalb danke ich Ihnen für ihr Verständnis.
      Herzliche Grüße,

      Wolfgang Goebel.

  10. Lieber Herr Goebel,

    vielen Dank für Ihre Zeilen und die schnelle, serviceorintierte Reaktion auf meinen Input und die Darstellung des von mir so erlebten Misstandes in Ihrer Filaile Ingolstädter Straße/Euro-Industriepark. Ich habe Ihnen den Fall in einem persönlichen Brief ja auch noch etwas detaillierter als in der öffentlichen mail dargestellt, wo m.E auf die in Personalfragen gebotene Diskretion und Rücksiicht zu achten ist. Danke, dass Sie sich der Sache mit dem Ziel der Verbesseung angenommen haben. Daran werde ich denken, wenn mich demnächst der kleine Hunger überkommt und ich mir wieder mal einen Burger Ihres Hauses zum Verzehr gönne – mit Genuss, aber ohne Diskiminierung…

    Mit besten Grüßen

    Friedrich Bräuninger

  11. Sehr geehrter Herr Goebel,

    Ich bin Mitarbeiter bei einem Franchisenehmer von McDonald’s Deutschland und habe mit Interesse Ihre Einleitung zu diesem Blog gelesen, vor allem diese Passage hat mir sehr gut gefallen:

    [Natürlich sehe ich dennoch, dass wir trotz aller Anstrengungen weiterhin mit vielen Vorurteilen konfrontiert werden, die sich durch das hartnäckige „McJob“- Image bis jetzt gehalten haben. Niedrige Löhne und kaum Aussicht auf berufliche Weiterentwicklung – diese Kritik höre ich oft von Außenstehenden, die mir ihr Bild eines Jobs bei McDonald‘s beschreiben. Ich freue mich, dass wir diesen Eindruck heute widerlegen können.]

    Ich hätte da jetzt mal bloß ein paar Fragen, vor allem da Sie sich im Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) engagieren. Nach meinem Kenntnisstand ist der Tarifvertrag für die Systemgastronomie bereits ausgelaufen und die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten wurden im Mai 2011 vertagt.

    Das letzte Angebot des BdS soll wohl 1,5% Entgelderhöhung festgeschrieben bis 2013 sein. Ist dies denn der letzte Stand der Dinge?

    Als aufmerksamer Mitarbeiter habe ich natürlich auch die Jahresbilanz zu 2010 verfolgt:
    [„Wir haben 2010 zum siebten Mal in Folge unseren Nettoumsatz gesteigert, dabei die Grenze von 3 Milliarden Euro Jahresumsatz erstmals überschritten. Das ist ein starkes Ergebnis – dank unserer konsequenten Orientierung auf Vielfalt im Produktangebot“, so der Vorstandsvorsitzende Bane Knezevic auf der Jahrespressekonferenz von McDonald’s Deutschland.]
    Bemerkenswert auch ein [Nettoumsatzplus von 3,7 Prozent]
    Quelle: http://www.mcdonalds.de/metanavigation/presse/pressecenter/suchergebnisse/detailansichtpm.cfm?pressId=94

    Ich verweise mal nebenbei auf eine Studie des DIW vom Juli 2011 nach deren Ergebnissen die Nettoeinkommen in den unteren Lohngruppen um real 10-22% gesunken sind.
    http://www.zeit.de/news-072011/19/iptc-bdt-20110719-274-31503478xml

    Nebenbei die aktuelle Inflationrate verharrt derzeit bei über 2%
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-07/inflation-steigung-deutschland

    Nun ich arbeite im Rotationssystem auch mal öfters an der Kasse und wenn ich mir das so geschult alles mal fix zusammenrechne, kann ich nicht sagen, dass das Vorurteil des „McJob“-Images heute widerlegt ist.

    Würden Sie mir denn zustimmen, dass das Angebot des BdS, respektive von McDonald’s Deutschland, einer Nettolohnkürzung gleichkommt?

    Ich habe als Crew-Trainer in den Operation-Manuals mal den schönen Satz gelesen: „Mitarbeiter sind unser wichtigstes Gut“ … aber irgendwie geht mir derzeit die Corporate Identity flöten.
    Ach so: ich bin nicht gewerkschaftlich organisiert, aber „wir“ (Mitarbeiter) verfolgen die Entwicklung mit Interesse.

    • Hallo Herr Skinner,
      erstmal vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Thema Tarife betrifft natürlich nicht nur McDonald’s sondern die gesamten Branche. Und da die Verhandlungen gerade noch laufen, kann ich mich derzeit leider nicht zu den Tarifverträgen äußern. Das „Rederecht“ liegt bei den Tarifparteien und diese sollen auch noch die Argumente in der aktuellen Debatte austauschen können. Wenn Sie möchten, dann sprechen wir nochmal darüber, wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind.
      Herzliche Grüße,
      Wolfgang Goebel.

Artikel kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Pflichtfeld

-